Mittwoch, 11. Februar 2026, 19 Uhr
Donnerstag, 12. Februar 2026, 19 Uhr
Kian Soltani & CAMERATA Salzburg
Kian Soltani – Violoncello
CAMERATA Salzburg
Baptiste Lopez – Violine & Musikalische Leitung
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Konzertdauer: ca. 40 min │Pause │ca. 40 min
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CAMERATA Salzburg
Violine 1: Izso Bajusz, Chiara Sannicandro, György Acs, Kana Matsui, Silvia Schweinberger
Violine 2: Yukiko Tezuka, Maxime Michaluk, Anna Lindenbaum, Dagny Wenk-Wolff, Yoshiko Hagiwara, Alice Dondio
Viola: Iris Juda, Tabea Ockert, Jutas Jávorka, Celia Eliaz
Violoncello: Stefano Guarino, Jeremy Findlay, Shane Woodborne, Claudia Hödl
Kontrabass: Josef Radauer, Burgi Pichler
Flöte: Jessica Dalsant, Anna Winter
Horn: Johannes Hinterholzer, Michael Reifer
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Sinfonie A-Dur KV 134
I. Allegro
II. Andante
III. Menuetto – Trio
IV. Allegro
Luigi Boccherini (1743–1805)
Konzert für Violoncello und Orchester G-Dur G. 480
I. Allegro
II. Adagio
III. Allegro
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PAUSE
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Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Sinfonie G-Dur KV 199
I. Allegro
II. Andantino grazioso
III. Presto
Luigi Boccherini (1743–1805)
Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur G. 479
I. Allegro
II. Adagio
III. Allegro
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Luigi Boccherini, 1743 in Lucca geboren, muss ein fabelhafter Cellist
gewesen sein. Schon als 13-Jähriger trat er als Solist mit Orchester auf
und war auch in den Jahren bis zu seiner ersten Festanstellung in
Spanien 1770 als reisender Virtuose unterwegs. Wahrscheinlich für diese
Zwecke entstanden bis dahin zwölf Konzerte für Violoncello und kleine
Orchesterbesetzung, häufig ohne Bläser. Zwei davon, das G-Dur-Konzert G.
480 und das D-Dur-Konzert G. 479, präsentiert uns Kian Soltani heute –
und das auf einem Instrument, das nachweislich im Besitz Boccherinis
gewesen ist: dem „London Ex-Boccherini 1694“-Violoncello von Antonio
Stradivari. Beide Werke legen Zeugnis ab von Boccherinis technischen
Fähigkeiten und seinem Gespür für elegante, eingängige Melodik.
Charakteristisch für den Solopart ist das verzierungsreiche Spiel in
hoher und höchster Lage und der gelegentliche Einsatz von
Doppelgriffpassagen. Kadenzen geben dem Solisten die Möglichkeit, das
Material virtuos auszuspinnen. Die ohnehin überschaubare Begleitung
reduziert Boccherini bei den Solostellen zusätzlich, sodass der Eindruck
einer konzertanten Kammermusik entsteht, wie Boccherini sie unter
anderem in seinen über 120 Streichquintetten gepflegt hat. Unter seinen
Konzertsätzen berühmt geworden ist vor allem das tiefsinnige Adagio des
G-Dur-Konzerts, allerdings in einem anderen Kontext und in verfälschter
Form: Der Cellist und Komponist Friedrich Grützmacher hatte diesen
langsamen Satz in seine romantisierende Bearbeitung von Boccherinis
B-Dur-Konzert G 482 übernommen, die alle berühmten Cello-Virtuosen des
20. Jahrhunderts im Repertoire hatten. Wir hören das Adagio heute in
seiner originalen Form und in dem Zusammenhang, für den Boccherini es
komponiert hat.
Obwohl erst 16 bzw. 17 Jahre alt, hatte Wolfgang
Amadé Mozart zum Zeitpunkt seiner Sinfonien in A-Dur KV 134 (1772) und
G-Dur KV 199 (1773) schon gehörig Erfahrung mit dem Orchester gesammelt:
im eigenen Komponieren (u.a. 20 Sinfonien) und im Kennenlernen des
wichtigsten zeitgenössischen Repertoires, etwa von den Bach-Söhnen
Johann Christian und Carl Philipp Emanuel, aus der Mannheimer Schule und
natürlich von Joseph Haydn. All das hört man beiden Sinfonien an, deren
lichter Tonfall durch die Bläserbesetzung mit Hörnern und Flöten
unterstrichen wird. Auffällig ist im ersten Satz der A-Dur-Sinfonie vor
allem das scharf punktierte auf- und absteigende Motiv und der
mitreißende Schluss, der sich auf kleinstem Raum von einem leise
zurückgenommen Coda-Beginn zu einer Energieentladung steigert. Dem über
wellenbewegter Begleitung sich herrlich verströmenden Andante folgt ein
galant-humorvolles Menuett, dessen zurückgenommener Trio-Mittelteil mit
plötzlichen Hornrufen und pizzicato-Antworten überrascht. Ein zwischen
synkopischen Stauchungen und unwiderstehlicher Feinmotorik
dahinwirbelndes Allegro beendet das köstliche Werk. Mit markanten
Tutti-Akkorden eröffnet Mozart seine dreisätzige G-Dur-Sinfonie und
stellt den beiden Themen des Kopfsatzes in der Durchführung überraschend
neues Material gegenüber. Der Andante-Mittelsatz atmet mit gedämpften
hohen Streichern und gezupften tiefen Streichern den Geist einer leicht
melancholischen Serenade, das finale Presto lässt mit kontrapunktisch
durchgearbeiten Passagen aufhorchen – geistvolle Unterhaltung „für Kenner
und Liebhaber“, wie Mozart es in anderem Zusammenhang einmal formuliert
hat.
Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026
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Kian Soltani
Von der Times als „bemerkenswerter Cellist“ gefeiert und vom Magazin
Gramophone als „pure Perfektion“ beschrieben, zeichnet sich Kian
Soltanis Spiel durch eine tiefgründige Ausdruckskraft, Individualität
und technische Meisterschaft aus, ergänzt durch seine charismatische
Bühnenpräsenz. Er tritt mittlerweile regelmäßig mit vielen der weltweit
renommiertesten Orchestern und Dirigenten auf und hat sich damit fest
als eine der führenden Stimmen der heutigen Generation von Cellisten
etabliert.
Höhepunkte der Saison 2025/26 sind sein Auftritt mit
dem Mahler Chamber Orchestra unter Gianandrea Noseda in der
Elbphilharmonie in Hamburg, seine Rückkehr zum Orchestre Philharmonique
de Radio France unter Daniel Harding sowie mehrere mit Spannung
erwartete Debüts mit dem Orchestre National de France, dem Sydney
Symphony Orchestra, dem New Zealand Symphony Orchestra, dem Atlanta
Symphony Orchestra und dem St. Louis Symphony Orchestra. Weitere
Höhepunkte sind die Europatournee des WDR Sinfonieorchesters mit
Cristian Măcelaru sowie seine Residenz beim Iceland Symphony Orchestra,
während der er mit dessen Chefdirigentin Eva Ollikainen auf
Europatournee geht. Als aktiver Konzertpianist wird er in der ersten
Hälfte der Saison mit Renaud Capuçon und Mao Fujita im Trio sowie mit
Benjamin Grosvenor im Duo durch Europa touren und außerdem mit einem
Kammermusikprogramm durch die USA reisen.
Soltani hat mit vielen
führenden Ensembles wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Staatskapelle
Berlin, den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem
Netherlands Radio Philharmonic, dem Detroit Symphony Orchestra, dem
Toronto Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra und der Accademia
Nazionale di Santa Cecilia zusammengearbeitet. Er ist außerdem häufiger
Gast bei renommierten Festivals wie Verbier, Rheingau Musik Festival,
Dvořák Prague Festival, Bregenzer Festspiele, Gstaad Menuhin Festival,
Grafenegg und Salzburg, um nur einige zu nennen.
2017
unterzeichnete Soltani einen Exklusivvertrag bei der Deutschen
Grammophon und veröffentlichte 2018 sein gefeiertes Debütalbum Home mit
Werken von Schubert, Schumann und Reza Vali, das von Gramophone als
„erhaben“ beschrieben wurde. Anschließend nahm er 2020 Dvořáks
Cellokonzert mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim auf und
veröffentlichte 2024 ein Schumann-Album mit der Camerata Salzburg, das
das Cellokonzert und Liedtranskriptionen enthält. Sein 2021 erschienenes
Album „Cello Unlimited“, eine Solo-Erkundung des Ausdruckspotenzials
und der filmischen Kraft des Cellos, brachte ihm den Innovative
Listening Experience Award bei den Opus Klassik Awards 2022 ein.
Soltani
wurde in Bregenz, Österreich, in eine Familie persischer Musiker
geboren und begann im Alter von vier Jahren mit dem Cellospiel. Mit nur
zwölf Jahren trat er in die Klasse von Ivan Monighetti an der
Musikakademie Basel ein. 2014 erhielt er ein Stipendium der Anne-Sophie
Mutter Foundation und absolvierte ein weiterführendes Studium an der
Kronberg Academy in Deutschland und der International Music Academy in
Liechtenstein.
Kian Soltani spielt das Cello „The London, ex
Boccherini“ von Antonio Stradivari, das ihm von einem großzügigen
Sponsor über die Beares International Violin Society freundlicherweise
zur Verfügung gestellt wurde.
Baptiste Lopez
Der vielseitige und leidenschaftliche Musiker Baptiste Lopez ist Konzertmeister des Kammerorchesters Basel und ein gefragter Kammermusiker und Solist. Nach seiner Ausbildung in Paris bei Jean-Jacques Kantorow etablierte er sich schnell als Konzertmeister bei führenden Ensembles wie dem Orchestre des Champs-Élysées, dem Collegium Vocale Gent und La Chambre Philharmonique. Durch seine frühe Zusammenarbeit mit Philippe Herreweghe und den Saintes Academies tief geprägt, entwickelte er ein starkes Interesse an historisch informierter Aufführungspraxis, die sein modernes Violinspiel bis heute bereichert.
Als Gründer und erster Geiger des Edding
Quartetts, dem er seit über 15 Jahren angehört, trat er auf den großen
europäischen Bühnen auf und hat zahlreiche Aufnahmen gemacht. Seit 2014
hat seine künstlerische Zusammenarbeit mit der Pianistin Maude Gratton
zu vielbeachteten Aufnahmen von Beethovens Sonaten und Trios geführt,
insbesondere mit dem Cellisten Christophe Coin.Als
Konzertmeister verbindet er stilistisches Verständnis mit natürlicher
Autorität und dirigiert Orchester von der Violine aus mit Klarheit und
Inspiration. Er spielt eine bemerkenswerte Violine von Giovanni Battista
Guadagnini aus dem Jahr 1764, die ihm großzügigerweise von Mäzenen in
Basel zur Verfügung gestellt wird.
CAMERATA Salzburg
Seit über 70 Jahren in Salzburg und der Welt zu Hause: Mit ihrer eigenveranstalteten Konzertreihe sowie als Stammensemble der Salzburger Festspiele und der Mozartwoche prägt die CAMERATA die Musikstadt. Als Salzburgs Kulturbotschafterin ist sie zudem auf den großen internationalen Konzertpodien wie dem Wiener Konzerthaus, der Philharmonie de Paris, der Hamburger Elbphilharmonie, dem Concertgebouw Amsterdam und der Shanghai Concert Hall regelmäßiger Gast.
Als eines der weltweit ältesten und traditionsreichsten Kammerorchester vereint die CAMERATA Vergangenheit und Zukunft, bleibt dabei stets innovativ und impulsgebend. Das Orchester mit seinen aktuell aus mehr als 20 Nationen stammenden Musiker:innen steht mit seinem unverwechselbaren Klang besonders für die Wiener Klassik, namentlich die Musik des berühmten Sohnes ihrer Heimatstadt, Wolfgang Amadeus Mozart. Geleitet von seinen beiden Konzertmeistern Gregory Ahss und Giovanni Guzzo als primi inter pares entdeckt das Orchester zudem die Werke der Romantik in Form neuer kammerorchestraler Transparenz – von Mendelssohn über Schumann und Brahms bis Bartók – und spannt das Repertoire vom Barock über das 20. Jahrhundert bis in die zeitgenössische Musik mit Kompositionsaufträgen und Uraufführungen. Heute ist die CAMERATA für ihre kraftvolle, lebendige und zugleich berührende Spielweise weltweit bekannt.
Eine tiefgreifende Zusammenarbeit verbindet
die CAMERATA mit ihren Künstlerischen Partner:innen, der französischen
Pianistin Hélène Grimaud und der niederländischen Geigerin Janine
Jansen. In der Saison 2025/26 arbeitet die CAMERATA zudem mit
Künstler:innen wie Julia Hagen, Julian Prégardien, Hayato Sumino,
Alexander Sitkovetsky, François Leleux, Václav Luks, Elisabeth
Leonskaja, Maxime Emelyanychev, Finnegan Downie Dear, Rudolf Buchbinder,
Kian Soltani, Maria João Pires und Fazıl Say.