14.09.25
Broken Frames Syndicate
Sonntag, 14. September 2025, 19 Uhr
Hello Darkness
Lola Rubio – Violine
William Overcash – Violine
Laura Hovestadt – Viola
Nathan Watts – Violoncello
Katrin Szamatulski – Flöte
Moritz Schneidewendt – Klarinette
Peng-Hui Wang – Fagott
Yu-Ling Chiu – Schlagwerk
Talvi Hunt – Klavier
Lautaro Mura Fuentealba – Dirigat
Leitung: Katrin Szamatulski & Moritz Schneidewendt
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Konzertdauer: ca. 80 min, mit Einführungsgespräch, keine Pause
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Hello Darkness (2025)
Solo tape
Produktion: L. Hovestadt, N. Watts, M. Schneidewendt
Inspired by Simon & Garfunkel
Anna Thorvaldsdottir (*1977)
Ró
für Ensemble
(2013)
Patrick T. Schäfer (*1993)
Dunkle Mitte
Lesung für Ensemble und Elektronik
(2025)
Uraufführung, Auftrag des Konzerthauses Blaibach
Sarah Hennies (*1979)
Memory Box (2021)
John Cage (1912–1992)
Dream (1948)
Michael Gordon (*1956)
The Light of the Dark
Sextett (2008)
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„Hello Darkness“
Eine Nachtwanderung durch zeitgenössische Traumwelten
Das Programm entführt in einem großangelegten Spannungsbogen in eine Traumwelt und bringt ganz unterschiedliche Ausprägungen von Dunkelheit zum Klingen. Fühlen wir sie als eine umarmende Instanz, die unschöne Dinge vielleicht auch mal verschleiern darf und sie für einen Moment vergessen lässt? Oder begegnet sie uns als bedrohlich-düstere Kulisse, die uns schwer auf der Brust liegt und uns die Luft zum Atmen nimmt?
Vier Komponist*innen erzählen in sehr verschiedenen Klangsprachen ihre ganz persönliche Freundschaft oder Feindschaft mit der Dunkelheit.
Mit Anna Thorvaldsdóttir und John Cage betten wir uns auf ein Kissen zeitgenössischer Klänge – mal düstertief, mal zärtlichsüß… in der Luft liegt der erdige Geruch des mondbeschienenen Waldes, es funkeln Sternschnuppen, zwischen den Welten ein wenig Feenstaub.
Eigens für dieses Konzert geschrieben ist Patrick Schäfers „Dunkle Mitte“. Der Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs 2023 integriert in seinem jüngsten Werk Gedichte der Lyrikerin Nadja Küchenmeister und fragt, wie wir in dunklen Stunden mit Verlust umgehen können.
Ergänzt wird das Programm durch eine sehr persönliche Interpretation von Sarah Hennies’ performativem Stück „Memory Box“, in dem das Ensemble ganz individuelle Einblicke in persönliche Träume teilt. Geleitet durch Referenzen an den berühmten Song „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel spüren wir den nächtlichen Klängen nach, bis Michael Gordons „The Light of the Dark“ uns zurück ins Licht führt.
BFS
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Broken Frames Syndicate
Broken Frames Syndicate ist ein zehnköpfiges Solist*innen-Ensemble aus Frankfurt, das sich der Interpretation von zeitgenössischer Musik und der Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Konzertkultur widmet.
Für ihre innovativen Projektideen und ihre bereits unverwechselbare Frequenz im großen Klang des zeitgenössischen Musikgeschehens, wurde das Ensemble 2024 mit dem Ensemblepreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet.
Broken Frames Syndicate hat sich nach einem gemeinsamen Jahr bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) im Jahr 2018 gegründet. In dieser intensiven, gemeinsamen Zeit begründen sich ein exzellentes Zusammenspiel sowie die in die Tiefe gehenden Interpretationen von Ensemblemusik. Auf der Bühne trifft die Lust auf Extreme auf funkensprühende Spielfreude.
Aufbauend auf diesen starken Grundpfeilern hinterfragt Broken Frames Syndicate das klassische Konzertwesen und bricht auf in neue Welten: die konzeptionelle Durchdringung von Konzertprogrammen entzieht sich jeder Beliebigkeit; interdisziplinäre Kollaborationen erweitern das Hörerlebnis; Eigenproduktionen beschäftigen sich mit gesellschaftspolitischen Themen.
So ist beispielsweise die Konzertreihe Misfits Gaze entstanden, die musikalisch und konzeptionell auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht und einen Gegenentwurf zur vorherrschenden Normativität anbietet; oder das Projekt Kairosis, eine interaktive Video-Oper, die sich spielerisch mit dem Thema des heimlichen Widerstands beschäftigt; oder auch die installative Produktion Anwesend, bei der sich die Musiker*innen im digitalen Raum begegnen und dabei die vermeintlichen Hindernisse positiv umzudeuten lernen müssen. Hierbei sieht das Ensemble die Zusammenarbeit mit jungen Komponist*innen, Kooperationen mit Künstler*innen anderer Sparten und das Miteinbeziehen des Publikums als selbstverständlich an, um ganzheitliche Konzerterlebnisse zu gestalten.
Zu Hause ist Broken Frames Syndicate im Frankfurter Kulturraum “Netzwerk Seilerei” - hier proben, experimentieren und veranstalten die zehn Musiker*innen selbst. Daneben sind sie regelmäßig in Konzerten im In- und Ausland zu erleben, so zuletzt auf dem Mixtur Festival Barcelona, bei den Intersonanzen oder in der Akademie der Künste, Berlin. Im Jahr 2024 feierten sie außerdem ihr Debüt an der Harvard University, Cambridge und New York und waren beim Beethovenfest Bonn zu Gast.