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19.06.26

Die Bayerische Staatsoper in Blaibach – Vielstimmiges

Freitag, 19. Juni, 19 Uhr

Vielstimmiges mit Gesang

Hanna-Elisabeth Müller – Sopran
Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters:
Matjaž Bogataj – Violine
Hanna Asieieva – Violine
Santa Vižine – Viola (als Gast)
Johanna Maurer – Viola
Yves Savary – Violoncello
Benedikt Don Strohmeier – Violoncello
Alessandro Praticò – Klavier

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Konzertdauer: ca. 35 Min. │ Pause │ ca. 35 min.
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Alexander Zemlinsky (1871–1942)
Maiblumen blühten überall

Richard Wagner (1813–1883)
Wesendonck-Lieder
Fünf Gedichte für eine Frauenstimme und Klavier (Mathilde Wesendonck)
Arr. für Sopran, Streichsextett und Klavier von Marjan Peternel
1. Der Engel
2. Stehe still!
3. Im Treibhaus
4. Schmerzen
5. Träume

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PAUSE
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Arnold Schönberg (1874–1951)
Verklärte Nacht für Streichsextett op. 4
Grave – Molto rallentando – Grave – Adagio – Adagio (molto tranquillo)

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Maiblumen blühten überall
;
er sah mich an, so trüb und müd.
Im Faulbaum rief eine Nachtigall:
die Blüthe flieht! die Blüthe flieht!
Von Duften war die Nacht so warm,
so warm wie Blut, wie unser Blut;
und wir so jung und freudenarm.
Und über uns im Busch das Lied,
das schluchzende Lied; die Glut verglüht!
Und er so treu und mir so gut.

In Knospen schoß der wilde Mohn,
es sog die Sonne unsern Schweiß.
Es wurden rot die Knospen schon,
da wurden meine Wangen weiß.
Ums liebe Brot, ums teure Brot
floß doppelt heiß ins Korn sein Schweiß.
Der milde Mohn stand feuerrot;
es war wohl fressendes Gift der Schweiß,
auch seine Wangen wurden weiß,
und die Sonne stach im Korn ihn tot.
[…]
(Richard Dehmel: Die Magd, aus: Erlösungen. 
Eine Seelenwandlung in Gedichten und Sprüchen. 1891)


Wesendonck-Lieder

1. Der Engel
In der Kindheit frühen Tagen
Hört ich oft von Engeln sagen,
Die des Himmels hehre Wonne
Tauschen mit der Erdensonne,

Daß, wo bang ein Herz in Sorgen
Schmachtet vor der Welt verborgen,
Daß, wo still es will verbluten,
Und vergehn in Tränenfluten,

Daß, wo brünstig sein Gebet
Einzig um Erlösung fleht,
Da der Engel niederschwebt,
Und es sanft gen Himmel hebt.

Ja, es stieg auch mir ein Engel nieder,
Und auf leuchtendem Gefieder
Führt er, ferne jedem Schmerz,
Meinen Geist nun himmelwärts!

2. Stehe still!
Sausendes, brausendes Rad der Zeit,
Messer du der Ewigkeit;
Leuchtende Sphären im weiten All,
Die ihr umringt den Weltenball;
Urewige Schöpfung, halte doch ein,
Genug des Werdens, laß mich sein!

Halte an dich, zeugende Kraft,
Urgedanke, der ewig schafft!
Hemmet den Atem, stillet den Drang,
Schweiget nur eine Sekunde lang!
Schwellende Pulse, fesselt den Schlag;
Ende, des Wollens ew'ger Tag!

Daß in selig süßem Vergessen
Ich mög alle Wonnen ermessen!
Wenn Aug' in Auge wonnig trinken,
Seele ganz in Seele versinken;
Wesen in Wesen sich wiederfindet,
Und alles Hoffens Ende sich kündet,
Die Lippe verstummt in staunendem Schweigen,
Keinen Wunsch mehr will das Innre zeugen:
Erkennt der Mensch des Ew'gen Spur,
Und löst dein Rätsel, heil'ge Natur!

3. Im Treibhaus

Hochgewölbte Blätterkronen,
Baldachine von Smaragd,
Kinder ihr aus fernen Zonen,
Saget mir, warum ihr klagt?

Schweigend neiget ihr die Zweige,
Malet Zeichen in die Luft,
Und der Leiden stummer Zeuge
Steiget aufwärts, süßer Duft.

Weit in sehnendem Verlangen
Breitet ihr die Arme aus,
Und umschlinget wahnbefangen
Öder Leere nicht'gen Graus.

Wohl, ich weiß es, arme Pflanze;
Ein Geschicke teilen wir,
Ob umstrahlt von Licht und Glanze,
Unsre Heimat ist nicht hier!

Und wie froh die Sonne scheidet
Von des Tages leerem Schein,
Hüllet der, der wahrhaft leidet,
Sich in Schweigens Dunkel ein.

Stille wird's, ein säuselnd Weben
Füllet bang den dunklen Raum:
Schwere Tropfen seh ich schweben
An der Blätter grünem Saum.

4. Schmerzen
Sonne, weinest jeden Abend
Dir die schönen Augen rot,
Wenn im Meeresspiegel badend
Dich erreicht der frühe Tod;

Doch erstehst in alter Pracht,
Glorie der düstren Welt,
Du am Morgen neu erwacht,
Wie ein stolzer Siegesheld!

Ach, wie sollte ich da klagen,
Wie, mein Herz, so schwer dich sehn,
Muß die Sonne selbst verzagen,
Muß die Sonne untergehn?

Und gebieret Tod nur Leben,
Geben Schmerzen Wonne nur:
O wie dank ich, daß gegeben
Solche Schmerzen mir Natur!

5. Träume
Sag, welch wunderbare Träume
Halten meinen Sinn umfangen,
Daß sie nicht wie leere Schäume
Sind in ödes Nichts vergangen?

Träume, die in jeder Stunde,
Jedem Tage schöner blühn,
Und mit ihrer Himmelskunde
Selig durchs Gemüte ziehn!

Träume, die wie hehre Strahlen
In die Seele sich versenken,
Dort ein ewig Bild zu malen:
Allvergessen, Eingedenken!

Träume, wie wenn Frühlingssonne
Aus dem Schnee die Blüten küßt,
Daß zu nie geahnter Wonne
Sie der neue Tag begrüßt,

Daß sie wachsen, daß sie blühen,
Träumend spenden ihren Duft,
Sanft an deiner Brust verglühen,
Und dann sinken in die Gruft.
(Mathilde Wesendonck, 1857)

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„Mahler und Strauss waren auf der Musikszene erschienen, und ihr Auftreten war so faszinierend, daß jeder Musiker sofort gezwungen war, Partei zu ergreifen, pro oder contra. Da ich damals erst dreiundzwanzig Jahre alt war, sollte ich leicht Feuer fangen und damit beginnen, symphonische Dichtungen in einem ununterbrochenen Satz vom Umfang der durch Mahler und Strauss vorgegebenen Modelle zu komponieren…“ Als Arnold Schönberg 50 Jahre später seine erste Schaffensphase rekapitulierte, war dies ein recht abgeklärter Blick auf seine 1899 entstandene „Verklärte Nacht“. Dabei handelte es sich aber um mehr als nur um ein Komponieren in bewährtem spätromantischen Fahrwasser, denn das programmmusikalische Modell der symphonischen Dichtung auf ein Streichsextett und damit auf Kammermusik zu übertragen, war durchaus ein gewagter Schritt, der von Kritik und Publikum zunächst entsprechend skeptisch aufgenommen wurde. Nach und nach setzte sich das Werk jedoch im Konzertsaal durch, wobei auch die Streichorchester-Fassung eine wichtige Rolle spielte. Der hochexpressive, chromatische Stil entfaltet sich aber besonders intensiv in der Originalversion, da Schönberg die Möglichkeiten eines Streichsextetts im Sinne der Schilderung eines Ausnahmezustands bewusst übersteigt. Formal orientiert er sich – durch Tonarten und Themenbereiche markiert – klar an dem aus heutiger Sicht etwas schwülstigen Gedicht Richard Dehmels, das ihn stark beeindruckt hatte. In fünf Abschnitten schildert der Dichter darin ein Gespräch, in dessen Verlauf ein Mann das uneheliche Kind einer Frau nach deren „Beichte“ als das seine akzeptiert:

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen,
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die schwarzen Zacken reichen.
Die Stimme eines Weibes spricht:


Ich trag ein Kind, und nit von dir,
ich geh in Sünde neben dir.
Ich hab mich schwer an mir vergangen;
ich glaubte nicht mehr an ein Glück
und hatte doch ein schwer Verlangen
nach Lebensfrucht, nach Mutterglück
und Pflicht – da hab ich mich erfrecht,
da ließ ich schaudernd mein Geschlecht
von einem fremden Mann umfangen
und hab mich noch dafür gesegnet.
Nun hat das Leben sich gerächt,
nun bin ich dir, o dir begegnet.

Sie geht mit ungelenkem Schritt,
sie schaut empor, der Mond läuft mit;
ihr dunkler Blick ertrinkt in Licht.
Die Stimme eines Mannes spricht:

Das Kind, das du empfangen hast,
sei deiner Seele keine Last,
o sieh, wie klar das Weltall schimmert!
Es ist ein Glanz um Alles her,
du treibst mit mir auf kaltem Meer,
doch eine eigne Wärme flimmert
von dir in mich, von mir in dich;
die wird das fremde Kind verklären,
du wirst es mir, von mir gebären,
du hast den Glanz in mich gebracht,
du hast mich selbst zum Kind gemacht.

Er faßt sie um die starken Hüften,
ihr Atem mischt sich in den Lüften,
zwei Menschen gehn durch hohe, helle Nacht.
(Richard Dehmel: Verklärte Nacht, aus: Weib und Welt. Gedichte und Märchen, 1896)

Möglicherweise zur gleichen Zeit, in der Schönberg an seiner „Verklärten Nacht“ arbeitete, beschäftigte sich sein Freund und zeitweiliger Lehrer Alexander Zemlinsky mit einer Vertonung eines anderen Gedichts von Richard Dehmel – einem Autor, mit dessen Werk Zemlinsky seinen späteren Schwager Schönberg überhaupt erst bekannt gemacht hatte. Zemlinsky nahm sich „Die Magd“ vor, das mit den Zeilen „Maiblumen blühten überall“ beginnt, brach die Komposition für Sopran und Streichsextett aber nach den ersten beiden Strophen des fünfteiligen Gedichts ab. Dennoch wirkt das knapp zehnminütige Stück nicht wie ein Fragment, deutet sich doch schon in den vertonten Zeilen das tragische Schicksal der Magd an, deren Geliebter an einem Hitzschlag auf dem Feld stirbt. Im nicht vertonten Teil des Gedichts tötet die im Winter aus ihrem Dorf verstoßene Magd ihr uneheliches Kind. Zemlinskys Umgang mit dem Streichsextett ist durchsichtiger, aber nicht weniger virtuos und expressiv als der Schönbergs. Eine lange Introduktion, ein lebhaftes, optimistisches Intermezzo (nach dem glücklichen Kennenlernen in der ersten Strophe) und ein resignatives Nachspiel bilden die sprechenden, instrumentalen Reflexionen, die die einfühlsame Vokal- und Textbehandlung umrahmen.

Aus der überschaubaren Anzahl von Klavierliedern Richard Wagners stechen die „Fünf Gedichte für eine Frauenstimme und Klavier“ einsam heraus, die nach ihrer Textdichterin allgemein als Wesendonck-Lieder bezeichnet werden. Mathilde, die Frau des Zürcher Wagner-Förderers Otto Wesendonck, war Wagners Muse, insbesondere in der Zeit von April 1857 bis August 1858, als Wagner und seine Frau Minna im Gartenhaus auf dem Anwesen der Wesendoncks wohnten. Dessen unerfüllte Leidenschaft für Mathilde bildete eine wichtige Inspirationsquelle für seine Oper „Tristan und Isolde“, zu der die Wesendonck-Lieder in ihrer verhangenen Chromatik und glühenden Ausdruckskraft Vorstudien bilden. Dies war vor allem auch dadurch möglich, dass die Amateurdichterin Wagners Tonfall aus seiner (im September 1857 vollendeten und ihr überreichten) „Tristan“-Dichtung einfühlsam aufzugreifen vermochte. Ausdrücklich hat Wagner zwei der Lieder als solche „Studien“ zur Oper angesehen: Die Musik von „Das Treibhaus“ griff er zu Beginn des dritten „Tristan“-Aktes auf, die „Träume“ klingen im Liebesduett des zweiten Aktes nach. Aber auch die anderen Lieder sind in ihrer Harmonik und Linienführung in der Welt des „Tristan“ angesiedelt – „Allvergessen, Eingedenken!“

Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026

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Hanna-Elisabeth Müller

Hanna-Elisabeth Müller, die laut Salzburger Nachrichten „eine Stimme wie aus Kristall“ besitzt, gilt gleichermaßen als eine der führenden Interpretinnen des Lied- und Konzertrepertoires und als eine der gefragtesten Opernsängerinnen der Gegenwart. Ihren internationalen Durchbruch feierte die Sopranistin 2014 bei den Salzburger Osterfestspielen als Zdenka in Strauss‘ Arabella, wo sie unter der Leitung von Christian Thielemann an der Seite von Renèe Fleming und Thomas Hampson sang. Für diese Rolle wurde sie von der Zeitschrift Opernwelt zur „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ gewählt. Die Produktion wurde anschließend in Zusammenarbeit mit C Major unter dem Label United Classica auf DVD veröffentlicht. Müller ist häufiger Gast an den weltweit führenden Opernhäusern und Festivals, darunter die Bayerische Staatsoper, die Wiener Staatsoper, die Metropolitan Opera, die Semperoper Dresden, das Teatro alla Scala, das Royal Opera House Covent Garden, das Opernhaus Zürich und die Salzburger Festspiele.

In der Saison 2025/26 übernimmt Hanna-Elisabeth Müller drei große Neuproduktionen an führenden Häusern. Mit der Wiener Staatsoper tourt sie durch Japan und tritt im Tokyo Bunka Kaikan als Contessa in Le nozze di Figaro unter der Leitung von Bertrand de Billy in Barrie Koskys gefeierter Inszenierung auf. In derselben Rolle gibt sie ihr Debüt an der Pariser Oper unter Antonello Manacorda in einer Neuproduktion von Netia Jones. An der Wiener Staatsoper kehrt sie als Vitellia in einer Neuproduktion von La clemenza di Tito unter der Leitung von Pablo Heras-Casado und unter der Regie von Jan Lauwers auf die Bühne zurück.

Auf der Konzertbühne tritt Müller gemeinsam mit den Wiener Symphonikern unter Petr Popelka in Bergs Sieben frühen Lieder auf und ist in Paris mit dem Orchestre National de France und Philippe Jordan in Schumanns Das Paradies und die Peri zu sehen. Bei den Salzburger Osterfestspielen singt sie Haydns Die Schöpfung mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Daniel Harding. Weitere Engagements umfassen Beethovens Missa Solemnis mit Zubin Mehta und dem Maggio Musicale Fiorentino Orchestra, Mahlers Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“ in Utrecht mit Karina Canellakis und dem Radio Filharmonisch Orkest sowie ein Programm, das Bergs Sieben frühe Lieder mit Mahlers Sinfonie Nr. 4 in Palermo unter Lothar Königs kombiniert. Beim Weiwuying International Music Festival in Taiwan präsentiert sie ein Recital mit Schumanns Liederkreis und Myrthen sowie Strauss-Liedern und spielt zusammen mit Chien Wen-pin und dem Kaohsiung Symphony Orchestra Strauss’ Vier letzte Lieder. Außerdem tritt sie im Münchner Cuvilliés-Theater bei einem Festspiel-Kammerkonzert auf, das Zemlinsky und Wagner gewidmet ist, ein Programm, das sie später nach Blaibach und Schloss Elmau zum Festival Tage der Romantik mitbringt.

Zu den Höhepunkten der letzten Spielzeiten zählen vielbeachtete Auftritte auf den Bühnen der renommiertesten Opernhäuser der Welt. An der Wiener Staatsoper sang Müller die Rosalinde in Strauss’ Die Fledermaus, die Contessa Almaviva in Le nozze di Figaro, die Titelrolle in Strauss’ Daphne unter Sebastian Weigle und die Eva in Die Meistersinger von Nürnberg. An der Staatsoper Berlin trat sie als Eva in Die Meistersinger von Nürnberg und als Elettra in Idomeneo auf. An der Bayerischen Staatsoper war sie als Elettra in Idomeneo und als Donna Anna in Don Giovanni zu hören, eine Rolle, die sie auch in Barrie Koskys Inszenierung in Wien und in Robert Carsens gefeierter Produktion an der Scala unter Pablo Heras-Casado sang. An der Metropolitan Opera debütierte sie als Marzelline in Fidelio, bevor sie als Susanna in Le nozze di Figaro und Pamina in Die Zauberflöte zurückkehrte. Müllers Debüt an der Oper Zürich gab sie als Ilia in Idomeneo. Von 2012 bis 2016 war sie Mitglied des Ensembles der Bayerischen Staatsoper und trat auf internationalen Tourneen in Japan (Die Zauberflöte), der Carnegie Hall in New York (Der Rosenkavalier) und dem Théâtre des Champs-Élysées in Paris auf.

Hanna-Elisabeth Müller hat auf der Konzertbühne mit vielen der weltweit führenden Orchester und Dirigenten zusammengearbeitet. Zu ihren bemerkenswerten Engagements zählen Richard Strauss‘ Vier letzte Lieder, aufgeführt mit der Philharmonia Zürich unter Gianandrea Noseda, mit dem Mozarteumorchester Salzburg, in der CRR-Konzerthalle in Istanbul, in Bamberg unter Christoph Eschenbach und mit der Staatskapelle Berlin. Häufig war sie als Sopran-Solistin in Mahlers Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“ zu hören, unter anderem mit dem Orchestre National de France unter Cristian Măcelaru, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom unter Daniel Harding, dem Seoul Philharmonic Orchestra und dem New York Philharmonic unter Jaap van Zweden sowie in der Philharmonie Köln. Außerdem sang sie Mahlers Sinfonie Nr. 4 mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, mit dem sie zusätzlich Unsuk Chins Alice im Wunderland aufführte.

Weitere Höhepunkte sind Beethovens Missa solemnis mit den Münchner Philharmonikern unter Philippe Herreweghe, Brahms‘ Ein deutsches Requiem in Zürich und Dvořáks Stabat mater in Dresden unter Marek Janowski. Mit Christian Thielemann trat sie in Beethovens 9. Sinfonie sowohl mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden als auch beim Weihnachtskonzert 2023 in der Frauenkirche Dresden auf. Sie sang Schumanns Szenen aus Goethes Faust mit Daniel Harding und dem Orchestre de Paris, Strauss’ Orchesterlieder mit dem WDR Sinfonieorchester unter Christoph Eschenbach und Bergs Sieben frühe Lieder sowohl mit den Berliner Philharmonikern unter Paavo Järvi als auch in Helsinki.

Weitere Auftritte umfassen Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit der Akademie der Bayerischen Staatsoper und Vladimir Jurowski, Mozarts Requiem mit der Camerata Salzburg und ein Operngala-Konzert mit den Würth Philharmonikern unter Claudio Vandelli.

Als erfahrener Rezitalist trat Müller kürzlich mit der Pianistin Juliane Ruf und dem Klarinettisten Daniel Ottensamer in der Philharmonie Köln, beim Heidelberger Frühling und an anderen Veranstaltungsorten auf.

Hanna-Elisabeth Müller ist Exklusivkünstlerin bei Pentatone. Auf ihr Debütalbum Traumgekrönt (2017) mit Liedern von Strauss, Berg und Schönberg folgte Reine de Coeur (2020) mit Werken von Schumann, Zemlinsky und Poulenc. Ihre jüngste Veröffentlichung, Sinnbild (2022), ein ausschließlich Strauss gewidmetes Programm, das live mit dem WDR Sinfonieorchester und Christoph Eschenbach aufgenommen wurde, fand große Anerkennung. Als langjährige Schülerin von Rudolf Piernay profitierte sie auch von Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Julia Varady, Elly Ameling und Thomas Hampson.


Das Bayerische Staatsorchester

Im Jahr 2023 feierte das Bayerische Staatsorchester sein fünfhundertjähriges Bestehen und gehört damit zu den ältesten und traditionsreichsten Ensembles der Welt. Das in der Bayerischen Staatsoper beheimatete Orchester wirkt mit seinen 144 Mitgliedern sowohl im Orchestergraben als auch auf dem Konzertpodium. 2025 wurde der Klangkörper zum elften Mal in Folge und zum 13. Mal insgesamt in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zum „Orchester des Jahres" gewählt und zudem 2022 bei den Gramophone Awards in London für die Einspielungen auf dem Label Bayerische Staatsoper Recordings als Opern- und Symphonieorchester (für Die tote Stadt und The Snow Queen ebenso wie für Mahlers Symphonie Nr. 7) ausgezeichnet – ein in der Geschichte der Gramophone Awards beispielloser Erfolg. 2024 erhielt auch die DVD/Blu-ray der Fledermaus diese Auszeichnung.

1811 wurde von den Mitgliedern des damaligen Hoforchesters der Verein Musikalische Akademie e. V. gegründet, der mit den Akademiekonzerten die erste öffentliche Konzertreihe Münchens ins Leben rief. Bis heute prägt die Musikalische Akademie mit ihren Aktivitäten das Musikleben Münchens und des Freistaats Bayern. Ergänzt werden die Aktivitäten in München durch zahlreiche Gastspiele und Konzertreisen, die das Orchester regelmäßig in die wichtigsten Musikzentren der Welt führen.

Das Bayerische Staatsorchester brachte mehrere Uraufführungen auf die Bühne, so unter anderem Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo und Richard Wagners Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg sowie Das Rheingold und Die Walküre. Viele der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten ihrer Zeit standen dem Orchester als Chefdirigenten vor: von Hermann Levi, Richard Strauss, Felix Mottl, Bruno Walter und Hans Knappertsbusch bis hin zu Sir Georg Solti, Joseph Keilberth, Wolfgang Sawallisch, Zubin Mehta, Kent Nagano und Kirill Petrenko. Auch mit Carlos Kleiber verband das Orchester eine enge Beziehung. Mit der Spielzeit 2021–22 hat Vladimir Jurowski als Bayerischer Generalmusikdirektor die Leitung des Bayerischen Staatsorchesters übernommen.