05.12.25
Händel/Mozart: Messias
Freitag, 5. Dezember 2025, 19 Uhr, Aldersbach,
Klosterkirche
Mariä Himmelfahrt
Samstag, 6. Dezember 2025, 18 Uhr, Sonntag, 7. Dezember 2025, 11 Uhr, Konzerthaus Blaibach
Lenneke Ruiten – Sopran
David Erler
–
Alt
Richard Resch
–
Tenor
Thomas E. Bauer
–
Bass
Chor der KlangVerwaltung
Hofkapelle München
Rüdiger Lotter
–
Leitung
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Konzertdauer: ca. 50 min │ Pause │ ca. 60 min
Aldersbach: ca. 110 min, keine Pause
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Georg Friedrich Händel
Der Messias
bearb. von Wolfgang Amadé Mozart KV 572 [KV Anh. A 57]
Erster Teil
Overtura
Rezitativ & Arie: Tröstet Zion! – Alle Tale macht hoch und erhaben (Tenor)
Chor: Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn
Rez. & Arie: So spricht der Herr – Doch wer mag ertragen den Tag seiner Ankunft (Bass)
Rez. & Arie: Denn sieh! – O du, die Wonne verkündet in Zion (Alt)
Rez. & Arie: Blick auf! Nacht bedeckt das Erdreich – Das Volk, das im Dunkeln wandelt (Bass)
Chor: Uns ist zum Heil ein Kind geboren
Pifa (Orchester)
Rez.: Es waren Hirten beisammen auf dem Felde (Sopran)
Chor: Ehre sei Gott in der Höhe!
Arie: Erwach’ zu Liedern der Wonne (Tenor)
Rez. & Arie: Dann tut das Auge des Blinden sich auf – Er weidet seine Herde (Sopran)
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PAUSE
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Zweiter Teil
Chor: Kommt her und seht das Lamm!
Arie: Er ward verschmähet (Alt)
Chor: Wahrlich, wahrlich!
Rez.: Und alle, die ihn seh’n (Sopran)
Chor: Er trauete Gott
Rez. & Arie: Die Schmach bricht ihm sein Herz – Schau hin und sieh! (Tenor)
Rez. & Arie: Er ist dahin aus dem Lande der Lebenden – Doch du ließest ihn im Grabe nicht (Sopran)
Chor: Der Herr gab das Wort
Arie: Wie lieblich ist der Boten Schritt (Sopran)
Arie: Warum entbrennen die Heiden (Bass)
Chor: Brecht entzwei die Ketten alle
Rez. & Arie: Der da wohnet im Himmel – Du zerschlägst sie mit dem Eisenszepter (Tenor)
Chor: Halleluja
Dritter Teil
Arie: Ich weiß, daß mein Erlöser lebet (Sopran)
Chor: Wie durch Einen der Tod
Rez. & Arie: Merkt auf! – Sie schallt, die Posaun’ (Bass)
Rez.: Dann wird erfüllt (Alt)
Chor: Doch Dank sei Dir Gott
Rez.: Wenn Gott ist für uns (Sopran)
Chor: Würdig ist das Lamm – Amen
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Es müssen denkwürdige musikalische Zusammenkünfte gewesen sein: Ab Ende der 1770er Jahre organisierte Gottfried Freiherr van Swieten zunächst die sonntäglichen Matineen der Wiener „Tonkünstler-Societät“, die in seiner Dienstwohnung in der Wiener Hofbibliothek abgehalten wurden und ab 1786 Konzerte, die im Rahmen der von ihm gegründeten „Gesellschaft der Associierten Cavaliers“ in verschiedenen Stadtpalais ihrer Mitglieder stattfanden. Im Mittelpunkt stand dabei – absolut ungewöhnlich für diese Zeit – die Musik verstorbener Komponisten, insbesondere von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Der Diplomat, Bibliothekar, Musikmäzen und Komponist van Swieten hatte diese während seiner Zeit als österreichischer Gesandter in Berlin kennen und schätzen gelernt, wo er Freundschaft mit Carl Philipp Emanuel Bach geschlossen hatte. Die Kopien, die er von Noten aus dessen Sammlung anfertigen durfte, bildeten den Grundstein für seine Wiener Konzert-Initiativen.
Wolfgang Amadé Mozart hatte van Swieten erstmals als Zwölfjähriger getroffen und und empfing dann ab 1782 entscheidende kompositorische Impulse (etwa für seine c-Moll-Messe) aus dem Studium von Werken aus dessen Musikbibliothek und aus den Matineen: „Ich gehe alle Sonntage um 12 Uhr zum Baron von Suiten – und da wird nichts gespillt als Händl und Bach“, schrieb Mozart in einem Brief vom April 1782. Ab 1787 war Mozart Kapellmeister der „Gesellschaft der Associierten Cavaliers“ und wurde auch beauftragt, die Partituren für deren Aufführungen einzurichten.
Nach einer Kantate C.P.E. Bachs (1787) und Händels „Acis und Galatea“ (1788) stand am 6. und 7. April 1789 „Der Messias“ auf dem Programm. Dabei lag die deutsche Textfassung von Christoph Daniel Ebeling und Friedrich Gottlieb Klopstock zugrunde und es wurden einige Kürzungen vorgenommen, die zum Teil von der Version des Händel’schen Originals herrühren, die van Swieten zur Verfügung stand. Mozart beschränkte sich nun nicht darauf, Händels Orchestrierung schematisch der damals gängigen Besetzung anzupassen, was vor allem eine Erweiterung bei den Holzblasinstrumenten bedeutete. Vielmehr setzte er die zusätzlichen Bläser sehr bewusst zur Charakterisierung einzelner Sätze ein.
So färben pastorale Flöten und Oboen die „Pifa“, den Instrumentalsatz im Weihnachtsabschnitt des ersten Teils, passend ein und Pauken und Trompeten verleihen dem Chor „Ehre sei Gott“ zusätzlichen Glanz. Die Oboen geben dem Eröffnungschor des zweiten Teils („Kommt her und seht das Lamm!“), der die Betrachtung des Passionsgeschehens einleitet, eine schmerzliche Note, während Klarinetten und Fagotte der anschließenden Arie „Er ward verschmähet“ eine tröstliche Wärme verleihen. In der im Vergleich zum Original („The trumpet shall sound“) stark gekürzten Arie „Sie schallt, die Posaun’“ des dritten Teils trägt Mozart einer veränderten Instrumentalpraxis Rechnung: Die Kunst des „Clarinblasens“, das Trompetenspiel in hoher Lage, konnte Ende des 18. Jahrhunderts nicht mehr vorausgesetzt werden und so setzt Mozart stattdessen auf das Timbre des Horns.
Die Ausgabe dieser Wiener Bearbeitung, die 1803 erschien, war lange Zeit die einzige gedruckte Version des „Messiah“ in deutscher Sprache. Van Swieten und Mozart ist es somit zu verdanken, dass sich einige Jahrzehnte nach Händels Tod auch im deutschsprachigen Raum eine kontinuierliche Aufführungstradition eines der bedeutendsten und beliebtesten Werke der Musikgeschichte entwickelte. Händel durch Mozarts Ohren zu hören ist bis heute eine faszinierende Erfahrung.
Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2025
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Lenneke Ruiten
Lenneke Ruiten studierte Flöte und Gesang am Königlichen Konservatorium
in Den Haag und Operngesang an der Bayerischen Theaterakademie in
München. Im Jahr 2002 gewann sie unter anderem den ersten Preis beim
Internationalen Gesangswettbewerb in Den Bosch. Heute ist sie eine der
gefragtesten Sopranistinnen unserer Zeit und kann auf eine herausragende
Karriere in den Bereichen Oper, Konzert und Lied zurückblicken. Im Jahr
2023 erhielt Lenneke den Elly-Ameling-Ring. Dieser vom Concertgebouw
Amsterdam ins Leben gerufene Preis für Liedgesang wurde zunächst an Elly
Ameling, dann an Robert Holl und nun an Lenneke Ruiten verliehen.
Lenneke
gelang ihr Durchbruch in der Oper, als sie 2013 an der La Monnaie in
Brüssel als Ophélie (Thomas/„Hamlet“) einsprang. Sie sang Giunia
(Mozart/„Lucio Silla“) an der La Monnaie in Brüssel und am Teatro alla
Scala di Milano, Lucia (Donizetti/„Lucia di Lammermoor“) an der Opéra de
Lausanne, Konstanze (Mozart/„Die Entführung“) an der La Scala di Milano
und an der De Nationale Opera Amsterdam sowie die Titelrolle in „Das
schlaue Füchslein“ (Janáček) an der La Monnaie in Brüssel. Sie sang
Fiordiligi (Mozart/„Cosi fan tutte“) beim Festival d'Aix-en-Provence.
Sie wurde zum Holland Festival als Angelica (Händel/ „Orlando“) sowie zu
den Salzburger Festspielen als Donna Anna (Mozart/„Don Giovanni“)
eingeladen. Sie sang Maria Stuarda (Donizetti/Titelrolle) an der La
Monnaie in Brüssel und Gilda (Verdi/„Rigoletto“) an der Staatsoper
Stuttgart, wo sie auch Zerbinetta (Strauss/„Ariadne auf Naxos“) und
Sophie (Strauss/„Rosenkavalier“) sang.
Lenneke Ruiten hat mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Emmanuelle Haïm, Daniele Gatti, Christoph Eschenbach, John Eliot Gardiner, Marc Minkowski, Christian Thielemann, Iván Fischer, Philippe Jordan, Alessandro de Marchi, Ton Koopman, Ottavio Dantone und René Jacobs zusammengearbeitet und mit Orchestern wie den Wiener Philharmoniker, dem Philadelphia Orchestra, dem Orchestre Suisse Romande, den English Baroque Soloists, dem Mozarteumorchester, der Akademie für Alte Musik, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Mahler Chamber Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Rom, und den Münchner Philharmonikern.
Sie ist regelmäßig zu Gast bei Festivals wie den
Salzburger Festspielen, dem Festival d'Aix-en-Provence, dem Edinburgh
Festival, dem Spring Festival Tokyo, dem Mostly Mozart Festival New
York, den BBC Proms, dem Leipziger Bachfest, dem Prager
Frühlingsfestival, dem Aldeburgh Festival, dem Lucerne Festival, dem
Holland Festival und dem Drottningholm Festival. Ihre Diskografie
umfasst Mozart-Konzertarien, Bach-Kantaten, Carmina Burana,
Strauss-Lieder usw. Lenneke Ruiten hat eine Leidenschaft für das Lied.
Sie arbeitet mit dem Pianisten Thom Janssen zusammen und gibt Konzerte
unter anderem im Amsterdamer Concertgebouw, in der Wigmore Hall in
London, in La Monnaie in Brüssel, beim Spring Festival Tokyo, in der
Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart und im Kaisersaal in Frankfurt.
David Erler
David Erler (Altus) ist ein europaweit gefragter Konzertsolist und Barockspezialist. Inspirierend ist für ihn die regelmäßige Zusammenarbeit mit renommierten Dirigenten wie Manfred Cordes, Laurence Cummings, Philippe Herreweghe, Peter Van Heyghen, Jos van Immerseel, Wolfgang Katschner, Ton Koopman, Rudolf Lutz, Hermann Max, Gregor Meyer, Peter Neumann, Hans-Christoph Rademann, Ludger Rémy (†), Gotthold Schwarz, Jos van Veldhoven, Adam Viktora und Roland Wilson. Zu seinen musikalischen Partnern gehören Ensembles wie Bell’Arte Salzburg, Collegium Marianum Prag, Ensemble Inégal, Gesualdo Consort Amsterdam, Il Gardellino, Lautten Compagney Berlin, Les Muffatti Brüssel, Musica Fiata, Nederlandse Bachvereniging und Weser-Renaissance Bremen; aufgrund seiner Stilsicherheit und Ensembleerfahrung laden ihn zudem renommierte Vokalensembles wie amarcord, Calmus Ensemble, Singer Pur, Singphoniker und Stimmwerck wiederholt als Gast für Konzerte und CD-Produktionen ein. Neben einer intensiven Beschäftigung mit der Vokalpolyphonie der Renaissance sowie regelmäßigen Projekten mit italienischem und besonders gern englischem Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts bildet die Musik des barocken Deutschlands sein Hauptbetätigungsfeld, unter anderem dokumentiert durch seine Solo-CDs „Psalmen und Lobgesänge des mitteldeutschen Barock“ (Christophorus) und „Weihnachten bei Freylinghausen“ (Rondeau).
Unter seinen weiteren über 100 CD-Veröffentlichungen sind besonders die Mitwirkung an der Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung unter Hans-Christoph Rademann (Carus) sowie die von ihm selbst mitinitiierte Gesamteinspielung des Vokalwerkes von Johann Kuhnau unter der Leitung von Gregor Meyer (cpo) hervorzuheben.
Neben seiner Arbeit als Sänger ist David Erler als Editor und Lektor tätig. Er ist Herausgeber der Kantaten von Johann Kuhnau beim Verlag Breitkopf & Härtel: in regelmäßiger Folge werden sämtliche erhaltenen Vokalwerke des Komponisten, überwiegend in Erstausgabe, vorgelegt. Darüber hinaus verantwortete er Neueditionen des Requiems (ZWV 46) von Jan Dismas Zelenka sowie des Magnificat (BWV 243) von Johann Sebastian Bach inklusive einer eigenen Rekonstruktion des Satzes „Virga Jesse“. Weitere Arbeiten auf diesem Gebiet sind ebenso in Vorbereitung wie ein eigener Musikverlag. Einhergehend mit dieser Arbeit erhält er zudem Einladungen zu musikwissenschaftlichen Symposien und verfasst Beiträge für Fachmagazine, Programmhefte und CD-Booklets.
David
Erler stammt aus dem sächsischen Vogtland und studierte Gesang an der
Leipziger Musikhochschule, zunächst bei Maria Jonas, dann maßgeblich bei
Marek Rzepka. Er wurde dabei als Stipendiat von der
Hanns-Seidel-Stiftung München gefördert. Seinem Diplom folgte ein
Musiktheoriestudium, weitere sängerische Anregungen erhielt er in
Meisterkursen bei Andreas Scholl, Marius van Altena und The King’s
Singers.
Richard Resch
In Regensburg geboren, erhielt der Tenor Richard Resch seine erste musikalische Ausbildung am humanistischen Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen, wobei er von Anfang an mit einem breiten musikalischen Repertoire in Berührung kam und mit vielen namhaften Künstlern zusammenarbeiten durfte.
Nach seinem Abitur studierte er zunächst Elementare Musikpädagogik, Klavier- und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, unter anderem bei Agnes Habereder. Den pädagogischen Studien schloss sich ein Gesangsstudium bei Prof. Hans-Joachim Beyer sowie bei Edda Sevenich und Prof. Dominik Wortig am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg an. Neben seiner sängerischen Tätigkeit belegte er noch ein Studium der Musikvermittlung und Konzertpädagogik am Leopold-Mozart-Zentrum und vertiefte anschließend seine Kenntnisse in Alter Musik und Ensemblegesang an der Hochschule für Alte Musik „Schola Cantorum Basiliensis“ der Musikakademie Basel.
Neben vielen namhaften Dozenten wie Evelyn Tubb, Marcelo Amaral, Frieder Bernius, Anthony Rooley und Tobias Truniger, die ihn durch das Studium begleiteten, rundete Richard Resch seine Ausbildung mit Meisterkursen u. a. bei Brigitte Fassbaender, Margreet Honig, Regina Resnik, Irwin Gage, Rudolf Jansen, Rudolf Piernay, Udo Reinemann, Wolfram Rieger und Gerd Türk ab.
Richard Resch ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, wie zum Beispiel beim „Concorso Internazionale del Canto Lirico Toti dal Monte“ in Treviso, beim „Internationalen Gesangswettbewerb Kammeroper Schloss Rheinsberg“ und beim „Internationalen Opernwettbewerb Gut Immling“. Desweiteren wurde er mit dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg gewürdigt.
Im Rahmen seiner regen Tätigkeit als Konzert- und Opernsänger führten ihn Engagements an verschiedene Häuser wie die Staatstheater Augsburg und Braunschweig, das Landestheater Bregenz, die Opéra National de Bordeaux und die Bayerische Staatsoper, sowie an Festivals wie das Bachfest Leipzig, das Beethovenfest in Bonn, das Festival Bach Montréal, die Innsbrucker Festwochen der alten Musik, die ION Musica Sacra in Nürnberg, die Münchner Opernfestspiele, das Musikfest Stuttgart, das Rheingau Musik Festival, das Schleswig-Holstein Musik Festival und die Salzburger Mozartwoche.
Richard Resch arbeitet mit vielen namhaften Dirigenten zusammen, so zum Beispiel mit Howard Arman, Francesco Corti, Christoph Eschenbach, Paul Goodwin, Christoph Hammer, Ton Koopman, Sigiswald Kuijken, Michel Laplénie, Andrea Marcon, Marc Minkowski, Andrew Parrott, Philippe Pierlot, Hans-Christoph Rademann, Joshua Rifkin, Helmuth Rilling, Christophe Rousset, Morten Schuldt-Jensen, Andreas Spering, Jos van Veldhoven und Peter Whelan sowie mit bekannten Ensembles und Orchestern wie dem Bachkollegium Stuttgart, den Bremer Philharmonikern, der Capella Istropolitana, dem La Cetra Barockorchester, Les Musiciens Du Louvre, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem La Folia Barockorchester, dem Kanazawa Orchestra Ensemble, der Lautten Compagney Berlin, dem Leipziger Kammerorchester, der Neuen Münchener Hofkapelle, den Symphonieorchestern des Bayerischen Rundfunks, des Hessischen Rundfunks und des Südwestrundfunks oder Vox Luminis und dem Ensemble Continuum.
Zahlreiche Konzerte und Rundfunkproduktionen führen Richard Resch durch ganz Europa, von Norwegen bis Italien, von Spanien bis Russland, sowie nach China und Japan, wo er in Konzertsälen wie dem Konzerthaus Berlin, der Berliner Philharmonie, dem Herkulessaal in München, der Philharmonie im Gasteig, dem Beijing National Centre Of Performing Arts oder der Tokyo Opera City auftritt. 2019 debütierte er mit Schuberts Winterreise in den USA, weitere Länderdebüts in Brasilien und Südafrika folgen in Kürze.
Neben dem bekanntem Bühnen- und Konzertrepertoire liegt ihm besonders das kammermusikalische Musizieren am Herzen – ob im Liedduo mit Klavier, Laute oder Gitarre, oder ob mit Streicher- oder Vokalensemble, von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Werken. Mit gemeinschaftlichem, transparenten Musizieren bringt er dem Publikum gerne auch unbekannteres Repertoire näher. So zum Beispiel auch mit den Ensembles „Alerĭon“ und „La Silla“ oder etablierten Gruppen wie „Vox Luminis“ oder „Voces Suaves“.
Vermehrt widmet Richard Resch sich auch pädagogischen Tätigkeiten und gibt Studenten weltweit in Interpretationsklassen und Meisterkursen seine persönlichen Erfahrungen und sein handwerkliches Wissen weiter, wie zuletzt an der Hongkong University, der Kharkov National Kotlyarevsky University of Arts, der Jerusalem Academy of Music and Dance und der West Texas A&M University.
Im November 2022 erschien seine
Solo-Debut-CD „Wenn ich nur Dich hab“ bei Carpe Diem Records. Im Herbst
2023 folgte Franz Schuberts „Winterreise“ zusammen mit Diego Caetano,
veröffentlicht bei Da Vinci Classics.
Thomas E. Bauer
Thomas E. Bauer ist einer der faszinierendsten Vokalkünstler unserer Zeit. Begeistert wird er für die „virile Wucht”, „baritonale Klangschönheit“ und „präzise Diktion“ (Opernglas) seiner ausdrucksstarken Stimme gefeiert.
Als Konzertsänger gastierte Bauer zuletzt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Schönbergs „Gurreliedern“, beim Hong Kong Philharmonic, im Wiener Musikverein, in der Warschauer National-Philharmonie mit Mahlers „Das Lied von der Erde“, im Amsterdamer Concertgebouw mit Bachs Matthäuspassion unter der Leitung von Sigiswald Kuijken, beim Seoul International Music Festival, beim Brühl Haydn Festival mit der Capella Cracoviensis sowie beim Augsburger Mozartfest und Rheingau Musik Festival mit Bachs h-Moll-Messe. Er sang die Uraufführung von Jörg Widmanns Oratorium „ARCHE“ unter der Leitung von Kent Nagano zur Einweihung der Hamburger Elbphilharmonie (als CD bei ECM). Thomas E. Bauer sang Beethovens „Missa Solemnis“ unter Leitung von Philippe Herreweghe, Schuberts „Winterreise“ im Concertgebouw Brugge und die Matthäuspassion in Konzerten u.a. in Paris und Dijon mit der Capella Mediterranea unter Leitung von Leonardo García Alarcón.
Zuletzt war er auch zu erleben im Gewandhaus zu Leipzig, beim Beethovenfest Bonn mit Beethovens Liedzyklus „An die ferne Geliebte“, mit dem MDR Sinfonieorchester unter Simone Young und dem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Jörg Widmanns Orchesterliedzyklus „Das heiße Herz“, mit Beethovens 9. Sinfonie mit dem Basler Kammerorchester unter Giovanni Antonini (jetzt bei SONY Classical), mit dem Shanghai Symphony Orchestra unter Yu Long, Jukka-Pekka Saraste und Shao-Chia Lü mit Orchesterliedern von Mahler und mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg mit Bach-Kantaten. Zu jüngeren Saisonhöhepunkten zählt die Uraufführung der Benjamin-Sinfonie von Peter Ruzicka mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung des Komponisten.
Thomas E. Bauer war Artist-in-Residence des BOZAR Brüssel und hat mit dem Boston Symphony Orchestra unter Bernard Haitink, dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, dem Orchestra Filarmonica della Scala unter Zubin Mehta, dem Gewandhausorchester unter Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly und dem Tonhalleorchester Zürich konzertiert. Bei den Salzburger Festspielen war er zuletzt unter Ingo Metzmacher in Schuberts „Lazarus“, in der Berliner Philharmonie in Schönbergs „Jakobsleiter“ zu erleben. Auf der Opernbühne feierte er in Zimmermanns „Die Soldaten“ am Teatro alla Scala große Erfolge. Mehrere Opern-Uraufführungen hat er bestritten.
Thomas
E. Bauer, Initiator des preisgekrönten Konzerthauses Blaibach, erfuhr
seine erste musikalische Erziehung bei den Regensburger Domspatzen und
studierte später Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München.
Chor der KlangVerwaltung
Seit dem Tod seines Gründers Enoch zu Guttenberg richtet sich ein neuer Fokus des Chor der KlangVerwaltung sowohl auf die Entwicklung eigener innovativer Formate im konzertanten wie im szenischen Bereich als auch auf den Ausbau von Kooperationen mit national und international renommierten Festivals, Orchestern, Dirigenten.
Erste Früchte dieser Neuausrichtung waren im symphonischen Bereich Aufführungen mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter Markus Poschner bzw. Kent Nagano in der Elbphilharmonie. Aber auch in kammermusikalischer Besetzung präsentierte sich der Chor in Interpretationen von Andrew Parrott, Paul McCreesh und Fabio Biondi mit Werken des Barocks.
Das Jahr 2020/2021 markierte den Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Blaibach und den Tiroler Festspielen Erl. Darunter besonders hervorzuheben sind die halbszenischen Aufführungen von Carl Orffs „Astutuli“ im Konzerthaus Blaibach und die Übertragung der Matthäus-Passion aus dem Festspielhaus Erl im ORF-Fernsehen. Aufführungen von Bachs Johannes-Passion führten den Chor 2022 erstmals in Kooperation mit der Hofkapelle München nach Meran und Brixen. Daraus entstanden weitere gemeinsame Projekte, darunter die CD-Produktion der Oper „Der Stein der Weisen“. In der Saison 2022/2023 folgte der Chor erneut der Einladung von Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Auf dem Programm stand die Rekonstruktion des Konzerts zur Uraufführung von Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“ am Karfreitag des Jahres 1868.
Als Beleg der
Vielseitigkeit und stimmlichen Flexibilität sind unter den zahlreichen
Konzerten 2024 neben den Debüts bei den Festspielen Europäische Wochen
Passau und in der Heilbronner Harmonie besonders die CD-Produktion der
Symphonie Nr. 8 („Die Glocke – Brücke zur Unendlichkeit“) von Enjott
Schneider und das Brahms-Requiem im Konzerthaus Blaibach zu erwähnen.
Dieses üblicherweise in großer Chor- und Orchesterbesetzung aufgeführte
Werk kam dabei in der kammermusikalischen Fassung mit 14
Chorsänger/-innen und dem renommierten Klavierduo GrauSchumacher zur
Aufführung.
Hofkapelle München
„Die reine Streicherbesetzung der Hofkapelle München klingt fabelhaft! Weich, geschmeidig, federnd, die Kapelle hat Kraft und Tempo!“ (Kölner Stadtanzeiger, April 2022)
Die Hofkapelle München hat sich als Spitzenensemble der historischen Aufführungspraxis, insbesondere für das Repertoire des deutschen Barock und der deutschen Klassik, einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Rüdiger Lotter gastiert die Hofkapelle München auf grossen Bühnen wie dem Concertgebouw Amsterdam, „De Singel“ in Antwerpen, der Kölner Philharmonie, der Opéra Royal du Château de Versailles oder dem NOSPR in Katowice. Das Orchester ist regelmäßig bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musikfestival, dem MA Festival Brügge, den Innsbrucker Festwochen, den Tagen der Alten Musik in Regensburg, oder dem Warschauer Chopin Festival zu Gast. Neben Rüdiger Lotter standen auch Gastdirigenten wie Reinhard Goebel, Alessandro de Marchi oder Howard Arman am Pult der Hofkapelle München.
Eine enge Verbindung des Orchesters besteht auch zum Chor des Bayerischen Rundfunks, den Regensburger Domspatzen, dem Chorwerk Ruhr oder dem Chor der KlangVerwaltung München. Ab 2024 wir die Hofkapelle München auch über einen eigenen Profichor verfügen, um insbesondere auch die Beschäftigung des Repertoires am Münchner Hof des 16. und 17. Jahrhunderts zu intensivieren.
Auch im Bereich Oper ist die Hofkapelle München aktiv, so verband sie eine langjährige Partnerschaft mit der bayerischen Theaterakademie, aus der zahlreiche aufsehenerregende Opernproduktionen hervorgingen. Eigenproduktionen bzw. Koproduktionen der Hofkapelle München mit Konzerthäusern oder Festivals wie dem Mozartfest Würzburg, der Kölner Philharmonie oder dem Konzerthaus Blaibach, wurden 2022 mit der Oper „Der Stein der Weisen oder Zauberinsel“ durch finanzielle Unterstützung des Bundes fortgeführt. 2024 hat die Hofkapelle München in Koproduktion mit den Musikfestspielen Herrenchiemsee und dem Konzerthaus Blaibach die „Zauberflöte“ von Mozart auf die Bühne gebracht und hat damit die bekannteste aller Schikaneder-Opern im Repertoire.
Die Hofkapelle
München hat seit ihrer Gründung im Jahr 2009 sehr erfolgreiche
CD-Produktionen auf den Markt gebracht. So erhielt die im Oktober 2022
beim Label „Alpha“ veröffentlichte CD „Zauberoper“ mit dem Bariton
Konstantin Krimmel ein breites Medienecho, die für Sony vorgelegte CD
„Le belle immagini“ mit Valer Sabadus wurde mit dem Echo Klassik
ausgezeichnet. Die Einspielung der Sechs Brandenburgischen Konzerte
wurde von Kritikern als „exemplarisch“ gelobt. 2012 erhielt die
Hofkapelle München zudem den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Mitte 2024 erschien die Oper „Der Stein der Weisen oder die Zauberinsel”
als europäische Ersteinspielung bei Sony DHM.
Rüdiger Lotter
„Rüdiger
Lotter demonstriert als Leiter seiner Hofkapelle München mit dieser
Aufnahme seine stilistische Meisterschaft ebenso wie einen
ausgesprochenen Sinn für Ausdruck und Dramaturgie in der Gestaltung der
Werke.“ („Wanderer“, November 2022)
Rüdiger Lotter gehört heute
zu den profiliertesten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation.
Mit der Hofkapelle München gründete er eine
Originalklang-Spitzenformationen, mit der er seit über zehn Jahren
internationale Erfolge feiert und die 2015 mit dem Echo Klassik
ausgezeichnet wurde.
Als Dirigent ist er bei den großen Festivals wie dem Chopin Festival in Warschau, dem Schleswig-Holstein Festival, dem Rheingau- Musikfestival, dem MA Festival in Brügge, den Innsbrucker Festwochen, den Tagen Alter Musik Regensburg, der Styriarte oder der den Tagen alter Musik in Herne zu Gast. Er leitete bereits Orchester wie das Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks die Bochumer Sinfoniker, die Düsseldorfer Sinfoniker, oder das Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Rüdiger Lotter verfügt über eine reiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit international bekannten Sängern wie Christiane Karg, Franco Fagioli, Julia Lezhneva, Sunhae im, Max Emanuel Cencic, Valer Sabadus, Anna Lucia Richter und Julian Prégardien. Auch mit Chören arbeitet Rüdiger Lotter regelmäßig zusammen. Mit dem Chor der KlangVerwaltung ist eine längerfristige Kooperation geplant, die mit dem heutigen Konzert ihre Fortsetzung erlebt. Als begeisterter Musikentdecker setzt Rüdiger Lotter immer wieder auf unbekannte Werke des Barocks und der Klassik.
So auch in seiner Zusammenarbeit mit dem Bariton Konstantin Krimmel auf der aktuell erschienenen CD „Zauberoper“: für diese Aufnahme stellte er unter anderem die Ideenschmiede von Franz Schikaneder und dessen Theater auf der Wieden in den Mittelpunkt der Programm-Konzeption. Seine Wiederaufführung der Schikaneder-Oper „der Stein der Weisen“ mit Daniel Behle und Michael Schade in den Hauptrollen wurde beim Mozartfest Würzburg 2023 enthusiastisch aufgenommen. Dabei reicht Lotters Repertoire von der Alten Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen. So dirigierte er 2020 im Rahmen des „No Beethoven“-Projekts der Kölner Philharmonie die Uraufführung des für die Hofkapelle München geschriebenen Werks „Händeküssen“ von Lisa Streich.
Als Barockgeiger hat Rüdiger Lotter mit einigen CD-Aufnahmen Maßstäbe gesetzt: so mit den Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Biber, die er 2004 zu dessen 300. Todestag live einspielte. Diese Aufnahme wurde 2018 von der englischen Fachzeitschrift „ Gramophone“ als Beste aller auf dem Markt erhältlichen Aufnahmen gewürdigt. Über seine Einspielung der Brandenburgischen Konzerte schrieb die Fachpresse: „Fakt ist, dass sich künftige Einspielungen an dieser Aufnahme werden messen lassen müssen.“
Seit 2023 lehrt Rüdiger Lotter an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.