19.04.26
Jerusalem International Chamber Music Festival in Blaibach
Sonntag, 19. April 2026, 11 Uhr
Elena Bashkirova & Friends II
Elena
Bashkirova – Klavier
Thomas E. Bauer – Bariton
Alexander Gurfinkel – Klarinette
Mohamed Hiber – Violine
Madeleine Carruzzo
–
Violine
Adrien La Marca
–
Viola
Claudio Bohorquez
–
Violoncello
Nabil Shehata
–
Kontrabass
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Konzertdauer: ca. 35 min │Pause │ca. 50 min
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Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Adagio und Fuge c-Moll KV 546
Klavierkonzert Es-Dur KV 449
Fassung für Kammerensemble
I. Allegro vivace
II. Andantino
III. Allegro ma non troppo
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PAUSE
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Ludwig van Beethoven (1770–1827)
„An die ferne Geliebte“
Liederkreis op. 98 nach Alois Jeitteles
1. Auf dem Hügel sitz ich spähend
2. Wo die Berge so blau
3. Leichte Segler in den Höhen
4. Diese Wolken in den Höhen
5. Es kehret der Maien, es blühet die Au
6. Nimm sie hin denn, diese Lieder
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Klarinettenquintett A-Dur KV 581
I. Allegro
II. Larghetto
III. Menuetto –Trio I – Trio II
IV. Allegretto con variazioni
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Wolfgang Amadé Mozart hat sich immer wieder intensiv mit der Technik des
Kontrapunkts und mit der Komposition von Fugen beschäftigt. 1782 schlug
sich das in Form von Streichquartett-Bearbeitungen Bach’scher Fugen aus
dem II. Teil des Wohltemperierten Klaviers nieder, im Dezember 1783 in
der Komposition einer c-Moll-Fuge für zwei Klaviere. An diese erinnerte
er sich viereinhalb Jahre später und notierte in seinem eigenhändigen
Werkverzeichnis: „Ein kurzes Adagio. à 2 violini, viola, e Basso, zu
einer fuge welche ich schon für 2 klaviere geschrieben habe.“ Das
Satzpaar Adagio und Fuge c-Moll KV 546 folgt somit der spätestens seit
Bach ehrwürdigen Abfolge von Präludium und Fuge, wobei Mozart mit dem
Adagio eine fast theatrale Hinführung gestaltet. Sie lebt vom Kontrast
eines gleichbleibend wiederkehrenden, markant punktierten Motivs in
barockisierendem Stil und zunehmend gewagten, schmerzlichen
Harmoniefolgen, deren Spannung sich im selbstbewussten Fugenmotiv löst.
Dessen komplexe, Dissonanzen nicht scheuende Verarbeitung sprengt
beinahe die kammermusikalische Besetzung, sodass es nicht verwundert,
dass das Werk häufig in voller Streichorchesterbesetzung gespielt wird.
Mit
dem Es-Dur-Konzert KV 449, dem ersten von mehreren Klavierkonzerten des
Jahres 1784, knüpfte Mozart unmittelbar an seine Ende
1782 entstandene Dreiergruppe an. Denn Mozart konzipierte auch das
Es-Dur-Konzert so, dass es „à quattro ohne blasinstrumente gemacht
werden kann“, wie er in einem Brief an seinen Vater ausführte. In den
kleinen Dialogfragmenten zwischen Streichern und Klavier – sie kommen in
der heute zu hörenden Kammermusikfassung besonders gut zur Geltung –
deutet sich hier aber schon das an, was Mozart in den Folgewerken als
Wechselspiel zwischen Bläsern und Soloinstrument auskomponieren würde.
Das eröffnende Allegro vivace, in untypischem Dreiertakt angelegt, kommt
erst allmählich in Fahrt, doch die dadurch noch auffälligere
Trillerfigur des ersten Themas spielt als isoliertes Element im weiteren
Verlauf eine wichtige Rolle. Vor allem in der Durchführung treibt sie
eine auch harmonisch bewegte Zuspitzung im Hin und Her von Solo und
Streichern an. Im serenadenhaft sich wiegenden Andantino-Mittelsatz
bekommen die Bratsche und später auch die zweite Violine auffällige
Passagen, die über die pure Begleitfunktion hinausgehen. Mit einem
motorischen Staccato-Schreiten beginnt der Finalsatz quasi
kontrapunktisch. Dieses Motiv wird in der Folge aber immer wieder
spielerisch aufgebrochen und eignet sich auch bestens für überraschende
Einwürfe. Am Ende löst es sich in eine fließende 6/8-Bewegung auf, die
das Konzert beschwingt ausklingen lässt.
Wie kaum ein anderes
seiner Werke zeigt „An die ferne Geliebte“ op. 98 den „Klassiker“ Ludwig
van Beethoven als ersten musikalischen Romantiker. Die neue Idee eines
„Liederkreises“ (so die Bezeichnung im Erstdruck), also einer Sammlung
von Liedern als fest zusammenhängender Zyklus, war bahnbrechend für die
Geschichte des Kunstliedes und wurde unter anderem von Franz Schubert
und Robert Schumann aufgegriffen. Was genau Beethoven motivierte, die Gedichte des nur
mäßig renommierten Autors Alois Jeitteles zu vertonen, ist ungewiss. Das
Entstehungsjahr 1816 hatte mit dem Erhalt des Sorgerechts für seinen
Neffen Karl zumindest einen persönlichen Lichtblick innerhalb düsterer,
unter anderem von seiner völligen Ertaubung geprägten Zeit gebracht. Und
das Thema der fernen, „unsterblichen“ Geliebten war Beethoven ohnehin
nah. Das Bahnbrechende an Beethovens Vertonung besteht zum einen in den
nahtlosen, durch das Klavier vermittelten Übergängen zwischen den sechs
Liedern, zum anderen in der zyklischen Verklammerung zwischen dem ersten
und dem letzten Lied: Denn wohl von Beethoven selbst stammt die fünfte
Strophe des ersten Liedes, dessen Schlussverse „Und ein liebend Herz
erreichet / Was ein liebend Herz geweiht!“ denen des letzten Liedes
entsprechen. Dies gab Beethoven die Möglichkeit, dort auch musikalisch
den Bogen zurück zum Beginn des Zyklus zu spannen. So überwinden die
Lieder nicht nur die Entfernung zur Angebeteten, sondern schaffen ein neues, ganz und gar romantisches Raum- und Zeitgefühl.
Als Mozart 1789 sein Klarinettenquintett in A-Dur KV 581 komponierte, war die Klarinette ein noch verhältnismäßig junges Instrument. Dass Mozart sich besonders dafür interessierte und mit dem Quintett, dem Kegelstatt-Trio und dem Klarinettenkonzert die ersten bedeutenden Werke schuf, lag an seiner Freundschaft mit dem begnadeten Klarinettisten Anton Stadler. Die Bandbreite seiner Fähigkeiten komponiert Mozart in seinem Quintett hinreißend aus, ohne dass dadurch ein Kammerkonzert entstünde. Vielmehr achtet Mozart auf eine genaue Balance innerhalb des vom Zusatzinstrument dunkel abgetönten fünfstimmigen Satzes, gibt der Klarinette aber natürlich immer wieder herausgehobene Passagen: im ersten Satz etwa die melancholische Einfärbung des zweiten Themas oder die melodische Führung im Larghetto über den gedämpften Streichern – eine Stimmung, die auf den langsamen Satz des Klarinettenkonzerts vorausblickt. Im ersten Trio des Scherzo schweigt die Klarinette, um im zweiten Trio umso prägnanter hervorzutreten. Im berühmten Variationenfinale sind die Soli dann gleichmäßig im Ensemble verteilt, wobei das erste der Klarinette und die Mollvariation der Bratsche vorbehalten ist. Auf geradezu magische Weise greift die Adagio-Variation die Atmosphäre des langsamen Satzes wieder auf, ehe das Werk nach einer nachdenklichen Überleitung wohlgelaunt seinem Ende zuwirbelt.
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Elena Bashkirova
„Kammermusik ist die Seele der Musik“, hat Elena Bashkirova einmal gesagt. Diesem Credo folgen die vielfachen Aktivitäten der Pianistin in ihren Rollen als Solistin, Liedbegleiterin, Ensemblemusikerin und Programmgestalterin. Der Geist des einfühlsamen Miteinanders bestimmt Bashkirovas Haltung als Interpretin wie Vermittlerin von Musik.
Zu den Höhepunkten der Saison 2024/25 gehören Solo-Klavierabende im Teatro San Carlo in Neapel, beim Eesti Concert Piano Festival in Tallinn, im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, auf Schloss Neubeuern und anderen. Elena beginnt ihre Saison als Solistin mit dem George Enescu Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Nabil Shehata. Weitere Engagements umfassen Einladungen des Orchestre National de Bordeaux unter der Leitung von Ana Maria Patino Osorio, des Transsilvanischen Staatsorchesters Cluj unter der Leitung von Lawrence Foster, des Israel Chamber Orchestra und des Sinfonieorchesters Biel Solothurn.
Kammermusik spielt Elena bei der Schubertiade und beim NFM in Wroclaw sowie mit dem Jerusalem Chamber Music Festival Ensemble im Konzerthaus Blaibach und bei den Hamburger Kammermusikfreunden.
Bashkirova entstammt einer mehrere Generationen zurückreichenden russischen Musikerdynastie. In Moskau geboren, begann sie ihr Studium im Alter von 15 Jahren in der Klasse ihres Vaters, des legendären Klavierpädagogen Dmitry Bashkirov. Zusammen mit dem Geiger Gidon Kremer, mit dem sie auch regelmäßig im Duo auftrat und mehrere Aufnahmen einspielte, verließ sie 1978 die Sowjetunion und ließ sich in Paris nieder. Künstlerisch geprägt wurde Elena Bashkirova insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Sergiu Celibidache oder Michael Gielen. Mit ihrem Mann Daniel Barenboim lebt sie seit 1992 in Berlin.
1998 gründete Bashkirova das Jerusalem International Chamber Music Festival, das sie als Künstlerische Leiterin seither alljährlich im September gestaltet. Das Kammermusikfest, das einige der herausragenden Solisten aus aller Welt miteinander in Austausch bringt, ist zu einer tragenden Säule des kulturellen Lebens in Israel geworden. Seit 2012 findet alljährlich im April zudem das Festival Intonations im Jüdischen Museum Berlin statt, das ebenfalls viel Beachtung erfährt. Das Festival findet seit 2023 im Berliner Kühlhaus statt. Gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern der beiden Festivals ist Elena Bashkirova regelmäßig bei den bedeutendsten Kammermusikreihen in Europa und Übersee zu Gast. Zu den internationalen Tourneen kommen Auftritte bei Sommerfestivals wie dem Lucerne Festival, dem Rheingau Musik Festival, dem George Enescu Festival in Bukarest oder dem Beethovenfest Bonn. Mehrere Aufnahmen dokumentieren Höhepunkte der von Bashkirova kuratierten Konzerte in wechselnden Musikerkonstellationen.
Einen zentralen Aspekt der künstlerischen Tätigkeit der Pianistin bildet das Lied. Zu den Sängerinnen und Sängern, mit denen Elena Bashkirova regelmäßig im Duo auftritt, gehören Anna Netrebko, Olga Peretyatko, Dorothea Röschmann, René Pape und Robert Holl.
Bashkirovas Einspielung der beiden Tschaikowsky-Zyklen „Die Jahreszeiten“ und „Kinderalbum“ wurde 2017 mit dem ICMA Award in der Sparte „Solo Instrument“ ausgezeichnet. Eine Aufnahme der kompletten „Poetischen Stimmungsbilder“ op. 85 von Antonín Dvořák erschien im Oktober 2020.
Elena
Bashkirova trägt die Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion University of
Negev. 2018 ehrte das Klavierfestival Ruhr sie mit seinem Preis. Als
Nachfolgerin des Dirigenten Kurt Masur wurde Bashkirova zur
Präsidentin der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in Leipzig ernannt.
Thomas E. Bauer
Thomas E. Bauer ist einer der faszinierendsten
Vokalkünstler unserer Zeit. Begeistert wird er für die „virile Wucht”,
„baritonale Klangschönheit“ und „präzise Diktion“ (Opernglas) seiner
ausdrucksstarken Stimme gefeiert.
Als Konzertsänger gastierte
Bauer zuletzt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Schönbergs
„Gurreliedern“, beim Hong Kong Philharmonic, im Wiener Musikverein, in
der Warschauer National-Philharmonie mit Mahlers „Das Lied von der
Erde“, im Amsterdamer Concertgebouw mit Bachs Matthäuspassion unter der
Leitung von Sigiswald Kuijken, beim Seoul International Music Festival,
beim Brühl Haydn Festival mit der Capella Cracoviensis sowie beim
Augsburger Mozartfest und Rheingau Musik Festival mit Bachs
h-Moll-Messe. Er sang die Uraufführung von Jörg Widmanns Oratorium
„ARCHE“ unter der Leitung von Kent Nagano zur Einweihung der Hamburger
Elbphilharmonie (als CD bei ECM). Thomas E. Bauer sang Beethovens „Missa
Solemnis“ unter Leitung von Philippe Herreweghe, Schuberts
„Winterreise“ im Concertgebouw Brugge und die Matthäuspassion in
Konzerten u.a. in Paris und Dijon mit der Capella Mediterranea unter
Leitung von Leonardo García Alarcón.
Zuletzt war er auch zu
erleben im Gewandhaus zu Leipzig, beim Beethovenfest Bonn mit Beethovens
Liedzyklus „An die ferne Geliebte“, mit dem MDR Sinfonieorchester unter
Simone Young und dem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Jörg
Widmanns Orchesterliedzyklus „Das heiße Herz“, mit Beethovens 9.
Sinfonie mit dem Basler Kammerorchester unter Giovanni Antonini (jetzt
bei SONY Classical), mit dem Shanghai Symphony Orchestra unter Yu Long,
Jukka-Pekka Saraste und Shao-Chia Lü mit Orchesterliedern von Mahler und
mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg mit
Bach-Kantaten. Zu jüngeren Saisonhöhepunkten zählt die Uraufführung der
Benjamin-Sinfonie von Peter Ruzicka mit dem hr-Sinfonieorchester unter
Leitung des Komponisten.
Thomas E. Bauer war Artist-in-Residence
des BOZAR Brüssel und hat mit dem Boston Symphony Orchestra unter
Bernard Haitink, dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, dem
Orchestra Filarmonica della Scala unter Zubin Mehta, dem
Gewandhausorchester unter Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly und dem
Tonhalleorchester Zürich konzertiert. Bei den Salzburger Festspielen
war er zuletzt unter Ingo Metzmacher in Schuberts „Lazarus“, in der
Berliner Philharmonie in Schönbergs „Jakobsleiter“ zu erleben. Auf der
Opernbühne feierte er in Zimmermanns „Die Soldaten“ am Teatro alla Scala
große Erfolge. Mehrere Opern-Uraufführungen hat er bestritten.
Thomas
E. Bauer, Initiator des preisgekrönten Konzerthauses Blaibach, erfuhr
seine erste musikalische Erziehung bei den Regensburger Domspatzen und
studierte später Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München.
Alexander Gurfinkel
Alexander Gurfinkel, geboren 1992 in Israel, begann sein Musikstudium im Alter von neun Jahren bei seinem Vater Michael Gurfinkel, einem der Top-Klarinettisten Israels und der Ersten Klarinette an der Israelischen Oper. Im Jahr 2004 wurde Alexander eingeladen, zusammen mit seinem Zwillingsbruder Daniel unter der Leitung von Zubin Mehta mit dem Israelischen Philharmonischen Orchester im Rahmen des „Young Talents“-Konzerts zu spielen.
Als Soloklarinettist hat Alexander wertvolle Erfahrungen gesammelt: beim Sinfonieorchester der HFM Hanns Eisler, bei der Israel Camerata Jerusalem, der New Israeli Opera Tel Aviv und bei Israel Philharmonic. Er trat unter Juris Bashmet zusammen mit den „Virtuosen von Moskau“ auf sowie mit Wladimir Spivakov auf dem Festival „Moscow Meets Friends“.
Alexander nahm an Meisterkursen von Sabine Meyer, Philippe Coupet und Shirley Brill teil und bestreitet als Solist Auftritte in ganz Europa bei verschiedenen Festivals und in Konzerten.
2018 hat
Alexander gemeinsam mit seinem Bruder seine erste CD mit dem Cottbus
Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Evan Chris veröffentlicht.
Mohamed Hiber
„Ein frühreifer, intelligenter Musiker mit außerordentlichen musikalischen Gaben: Mohamed Hiber ist ein sehr talentierter Geiger.“ (Le Figaro, Paris)
Mohamed Hiber, der 1995 in Pantin in der Nähe von Paris geboren wurde, ist ein herausragender Solist, begeisterter Kammermusiker und gefragter Konzertmeister. Er arbeitet eng und seit langem mit Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter, zwei der größten Musiker:innen der Welt, zusammen. Als Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra seit 2019 (und Mitglied desselben seit 2010) tritt er unter der Leitung von Daniel Barenboim auf und gibt Konzerte auf der ganzen Welt mit Anne-Sophie Mutters Virtuosi Ensemble. Seit 2020 ist Mohamed Hiber Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung.
Er wird regelmäßig als Gastkonzertmeister von den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem London Philharmonia Orchestra und dem Orchestre de Paris eingeladen. Als Solist ist Mohamed Hiber mit dem London Symphony Orchestra, der Tschechischen Philharmonie, der Philharmonie Südwestfalen, der Philharmonie Baden-Baden, dem MDR Sinfonieorchester, dem Danubian Orchestra, dem Königlichen Kammerorchester der Wallonie, dem Gstaad Festival Orchestra und dem Mulhouse Symphony Orchestra aufgetreten. Er arbeitet regelmäßig mit Dirigent:innen wie Zubin Mehta, Daniel Harding, Klaus Mäkelä, Nabil Shehata, Marie Jacquot, Frank Braley, Robert Farkas, András Schiff und Neeme Järvi zusammen.
Als leidenschaftlicher Kammermusiker musiziert Mohamed Hiber häufig mit Daniel Barenboim, Anne-Sophie Mutter, Elena Bashkirova, Yuri Bashmet, Gautier Capuçon, Martha Argerich, Frank Braley, Khatia Buniatishvili, Gérard Caussé, Gareth Lubbe, Kian Soltani, Daishin Kashimoto, Maxim Rysanov, Mihaela Martin, Frans Helmerson, François Leleux, Nabil Shehata, Boris Brovtsyn, Claudio Bohorquez, Itamar Golan, Jens Peter Mainz, Frédéric Guy, Alexandre Tharaud, Amihai Grosz, Edgar Moreau und Pascal Moragues. Mit diesen Musiker:innen tritt er in den wichtigsten Kammermusikreihen der Welt auf, darunter das Luzern Festival, das Gstaad Festival, das Beethovenfest in Bonn, das Intonations Festival in Berlin, die Salzburger Festspiele, das Jerusalem International Chamber Music Festival, das Maïklange Festival in Verden, das Rolandseck Festival, die Kammermusikreihe des Louisiana Museum of Modern Art in Dänemark und das Osterfestival in Aix-en-Provence.
Mohamed Hiber ist zudem Gründungsmitglied des Elyon Piano Trio, gemeinsam mit der ungarischen Cellistin Laura Szabo und dem österreichischen Pianisten Maximilian Flieder. Das Trio trat beim Beethovenfest in Bonn und der Schubertiade in Schwarzenberg auf. Mohamed Hiber studierte Geige bei Ana Chumachenco, zunächst an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid und später an der Münchner Musikhochschule, wo er 2020 seinen Master abschloss.
Derzeit spielt Mohamed Hiber eine
der bedeutendsten Violinen des großen Giovanni Battista Guadagnini – die
„Ex Lidka“, Turin 1780, die ihm großzügigerweise von einem Mitglied der
Stretton Society als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird. Zudem spielt
er einen Bogen von Jacob Eury, eine Leihgabe des Förderers Walter
Schatt.
Madeleine Carruzzo
Madeleine Carruzzo wurde in Sion in der Schweiz geboren. Sie studierte in der Musikakademie Detmold in der Klasse von Tibor Varga. Sie schloss ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Von 1979 bis 1981 war sie Assistentin von Tibor Varga. Von 1978 bis 1981 war sie Konzertmeisterin des Tibor Varga Kammerorchesters. 1982 wurde sie als erste Frau als festes Mitglied der Berliner Philharmoniker aufgenommen, damals unter der Leitung von Herbert von Karajan, und spielte bis 2023 in der Gruppe der ersten Violinen.
Sie hat an zahlreichen Kammermusikfestivals wie Salzburg, Lockenhaus, Jerusalem, Berlin teilgenommen. Sie spielte in der Kammermusik mit den Pianisten Elena Bashkirova, Yefim Bronfman, Andràs Schiff, Radu Lupu, mit den Geigern Nikolaj Znaider, Renaud Capuçon, d’en Bratschisten Nobuko Imai, Gérard Caussé, den Cellisten Frans Elmerson, Boris Pergamenschikov und anderen.
Madeleine Carruzzo wurde 2001 mit dem Preis der Rünzi-Stiftung und 2012 mit dem Preis der Stadt Sion ausgezeichnet.
Adrien La Marca
Von der Financial Times wurde er als „wahrhaft reines Talent“ gewürdigt, Le Monde nannte ihn gar einen „Helden“: Adrien La Marca schöpft mit großer Ausdruckskraft und technischer Meisterschaft aus den reichen, tiefgründigen Farben seines individuellen Klangs. Mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz stellt er eine unmittelbare emotionale Verbindung zum Publikum her.
Als Solist arbeitete der Bratscher mit renommierten Klangkörpern wie dem Orchestre National de France, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks, der Hong Kong Sinfonietta, dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège (Artist-in- Residence 2018/19), dem Insula Orchestra, dem Orchestre national du Capitole de Toulouse, dem Orchester Les Siècles und dem Orchestre de Metz zusammen.
Dem wichtigen französischen Musikpreis Victoires de la Musique galt Adrien La Marca 2014 als „Entdeckung des Jahres“. Seitdem hat er in Konzertsälen und auf Festivals weltweit reüssiert, darunter die Philharmonie de Paris, das Barbican Centre London, die Wigmore Hall, das Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Berlin, der Wiener Musikverein, das Auditorium du Louvre, Schloss Elmau, das Théâtre des Champs-Elysée, die Salle Gaveau, das Festival de Pâques Aix-en-Provence, La Folle Journée, die Salzburger Festspiele, das Jerusalem International Chamber Music Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und die Schubertiade Schwarzenberg und Hohenems.
Der Fernsehsender Arte stellte ihn 2016 im Rahmen der Reihe „Stars von morgen“, präsentiert von Rolando Villazón, einem breiten Publikum vor. Im gleichen Jahr erschien auf dem Label La Dolce Volta sein erstes Album English Delight, das in Publikationen wie The Strad, Gramophone, Strings Magazine, Le Monde, Le Figaro, Diapason und Classica begeistert rezensiert und mit mehreren Preisen wie dem Diapason d'Or ausgezeichnet wurde. Sein aktuelles Album HEROES mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège, erschienen 2020, umfasst das Bratschenkonzert von William Walton, die Ersteinspielung eines von Gwenaël Mario Grisi für ihn komponierten Bratschenkonzertes und – erstmals in einer Fassung für Solobratsche und Orchester aufgenommen – Prokofjews „Romeo und Julia“. Auch diese Aufnahme überzeugte die Presse: „Eine definitiv zeitgenössische Version des Walton Konzertes“ (L’Obs), „eine berührend lyrische aber gleichzeitig authentische Interpretation“ (Le Figaro, Album des Jahres 2020), „La Marca und seine Viola bilden ein heroisches Paar“ (Diapason 5), „mehr als ein Wunderknabe – La Marca ist ein Violaprinz“ (La Croix).
Geboren 1989 in Aix-en-Provence als Kind einer Musikerfamilie begann Adrien La Marca als Vierjähriger mit dem Klavier- und Bratschenspiel. Mit 16 Jahren wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er bei Jean Sulem studierte. Als Schüler von Tatjana Masurenko in Leipzig und Tabea Zimmermann in Berlin rundete er sein Studium ab. Während seiner musikalischen Ausbildung wurde er regelmäßig zur Teilnahme an verschiedenen Musikakademien eingeladen und hatte die Möglichkeit, mit Musikern wie Seiji Ozawa, Valery Gergiev, Gidon Kremer, Sir András Schiff und Menahem Pressler zusammenzuarbeiten. 2016 erhielt er als erster klassischer Musiker das angesehene Stipendium der Fondation Lagardère. Adrien La Marca ist zudem Preisträger der Fondation Banque Populaire und wird von der Fondation l'Or du Rhin und der Fondation Safran unterstützt. Er gewann zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben, darunter der William Primrose-Wettbewerb, der Lionel-Tertis-Wettbewerb und der Johannes-Brahms-Wettbewerb.
Adrien La Marca spielt eine Bratsche von Nicola Bergonzi, hergestellt 1780 in Cremona.
Claudio Bohórquez
Der in Deutschland geborene Cellist peruanisch-uruguayischer Abstammung zählt zu den gefragtesten Musikern seines Fachs. Als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikowsky-Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris erfolgreich.
Beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf errang er zudem 1995 sehr jung den 1. Preis, der den Beginn seiner Karriere als Solist markierte. Dies gipfelte im Jahr 2000 mit einer Auszeichnung des erstmals ausgetragenen Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb der Kronberg Academy.
Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: von 2011 bis 2016 war er Professor an der Musikhochschule Stuttgart, im September 2016 wurde er an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin berufen, an der er seit 2003 immer wieder als Gastprofessor unterrichtete.
Claudio Bohórquez trat unter anderen mit fast allen deutschen Rundfunkorchestern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem Collegium Musicum Basel, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Tonhalle-Orchester Zürich und der der Academy of St. Martin in the Fields auf. In Japan konzertiert er mit dem NHK Symphony Orchestra und mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra. In den USA gab Claudio Bohórquez zuletzt Konzerte mit Boston Symphony, Chicago Symphony, Cleveland Orchestra, Detroit Symphony, Los Angeles Philharmonic, National Symphony und dem Philadelphia Orchestra.
Zu den namhaften Dirigenten, mit denen Claudio Bohórquez bisher arbeitete, zählen Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Manfred Honeck, Sir Neville Marriner, Eiji Oue, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin, Tugan Sokhiev, Lothar Zagrosek und David Zinman.
Claudio Bohórquez ist bei zahlreichen Festivals zu Gast. Darunter das Festival Casals in Puerto Rico, City of London Festival, Penderecki-Festival in Warschau oder auch Jerusalem International Chamber Music Festival. In den USA war er u. a. beim Tanglewood, Ravinia und Aspen Festival sowie beim Hollywood Bowl zu erleben. Er nahm am Kammermusikfest Lockenhaus in Österreich und an Gidon Kremers Festival "Les Musiques" in Basel teil. Seit der Saison 2017/18 ist Claudio Bohórquez künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte und Konzerttage Winnenden.
Claudio Bohórquez spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.
Nabil Shehata
Nabil Shehata bewegt sich in der Musik mit der Selbstverständlichkeit eines Menschen, der ihr von früh an vertraut ist. Geboren 1980 in Kuwait und aufgewachsen in Deutschland, beginnt seine musikalische Geschichte zunächst am Klavier, bevor er als Kind den Kontrabass für sich entdeckt, ein Instrument, das seine künstlerische Haltung bis heute prägt. Zuhören, tragen, verbinden. Diese Perspektive aus dem Inneren des Orchesters heraus sollte später auch sein Dirigieren bestimmen.
Nach Studienjahren in Würzburg und Berlin führt ihn sein Weg rasch auf die großen Bühnen. Als Solokontrabassist der Staatskapelle Berlin und anschließend als Erster Solo-Kontrabassist der Berliner Philharmoniker erlebt er das Orchesterhandwerk auf höchstem Niveau. Parallel dazu wächst sein Interesse für das Ganze, für Form, Dramaturgie und den Moment, in dem viele Stimmen zu einer gemeinsamen Sprache finden. Prägende Begegnungen mit Dirigenten wie Daniel Barenboim öffnen ihm den Weg ans Pult.
Seit seinem Dirigierdebüt in Jahr 2007 entwickelt Nabil Shehata eine internationale Laufbahn, die ihn zu Orchestern in Europa, Asien und Amerika führt. Seine Arbeit ist geprägt von einer kammermusikalischen Klarheit, von Vertrauen in die Musikerinnen und Musiker und von dem Wunsch, Musik nicht zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Ob im symphonischen Repertoire oder in der Oper, sein Dirigat sucht den Dialog, nicht die Pose.
Als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen formte er über mehrere Jahre hinweg ein unverwechselbares künstlerisches Profil. Heute setzt er diese Arbeit als Künstlerischer Leiter des Orchesters der Barenboim-Said Akademie fort, wo musikalische Exzellenz und kultureller Austausch untrennbar miteinander verbunden sind. Ergänzt wird seine Tätigkeit durch Lehre, Nachwuchsarbeit und eigene Festivalprojekte, in denen Nähe, gemeinsames Denken und musikalische Neugier im Mittelpunkt stehen.
Nabil
Shehata versteht Musik als offenen Raum: einen Ort der Begegnung, der
Konzentration und der gemeinsamen Verantwortung. Sein künstlerischer Weg
verbindet Virtuosität mit Haltung – und eine leise, überzeugende
Autorität mit der Freude am gemeinsamen Klang.