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18.04.26

Jerusalem International Chamber Music Festival in Blaibach

Samstag, 18. April 2026, 18 Uhr 

Elena Bashkirova & Friends I

Elena Bashkirova – Klavier
Thomas E. Bauer – Bariton 
Mohamed Hiber – Violine
Madeleine Carruzzo – Violine
Adrien La Marca – Viola
Claudio Bohorquez – Violoncello
Nabil Shehata – Kontrabass

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Klavierkonzert C-Dur KV 415
Fassung für Kammerensemble
I. Allegro
II. Andante 
III. Rondeau. Allegro

Robert Schumann (1810–1856)
Liederkreis op. 24 nach Heinrich Heine
1. Morgens steh’ ich auf und frage
2. Es treibt mich hin, es treibt mich her!
3. Ich wandelte unter den Bäumen
4. Lieb’ Liebchen, leg’s Händchen auf’s Herze mein
5. Schöne Wiege meiner Leiden
6. Warte, warte, wilder Schiffmann
7. Berg’ und Burgen schaun herunter
8. Anfangs wollt’ ich fast verzagen
9. Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold

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PAUSE
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Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791) 
Klavierquartett g-Moll KV 478
I. Allegro
II. Andante
III. Rondo. Allegro moderato

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„Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht – sind sehr Brillant – angenehm in die ohren – Natürlich, ohne in das leere zu fallen – hie und da – können auch kenner allein satisfaction erhalten – doch so – dass die nichtkenner damit zufrieden seyn müssen, ohne zu wissen warum.“ Diese aufschlussreiche Charakterisierung Wolfgang Amadé Mozarts seiner ersten Wiener Klavierkonzerte von 1782 (KV 413, 414 und 415) wird gerne herangezogen, um Mozarts Verhältnis zum Publikum und zur Balance zwischen Anspruch und Popularität zu illustrieren. Im Falle des C-Dur-Konzerts KV 415 gelingt Mozart die Balance zwischen „natürlicher“ Eingängigkeit und „befriedigender“ Rafinesse auf bezwingende Weise. Sein motivisches Material verströmt vom marschartigen Beginn des ersten Satzes an inspirierte Frische, für die Kenner hat er aber mit einer kurzen Wendung nach d-Moll bald eine kleine Überraschung parat. An sie richtet sich auch ein köstlicher Scherz: Wenn das Soloklavier dabei ist, verweigert Mozart am Ende der Exposition und der Reprise jeweils zweimal die finale Wendung in die Grundtonart. Erst ganz am Ende löst er die Spannung wieder konventionell im ersten Anlauf auf. Im Andante – ganz auf ein mit Verzierungen singendes Klavier zugeschnitten – bindet Mozart das Orchester kurz in die Trillerverkettungen ein, die auf die Kadenz hinführen; den Finalsatz, ein beschwingtes 6/8-Rondeau unterbricht Mozart zweimal überraschend mit einer langsamen Episode in Moll – traumverlorene Rückzüge, die bis in den Schluss hineinwirken, den Mozart melancholisch leise austrudeln lässt.
Wie die übrigen Konzerte dieser Dreiergruppe hatte Mozart auch das C-Dur-Konzert von vornherein so konzipiert, dass sie man sie „sowohl bey großem Orchestre mit blasenden Instrumenten, als auch nur a quattro, nämlich mit 2 Violinen, 1 Viole, und Violoncello aufführen kann“, wie es im Subskriptionsaufruf in der Wiener Zeitung vom Januar 1783 heißt. Auch in Form eines Kammerkonzerts, in unserem Fall mit Kontrabass, kann man mit diesem Stück also mehr als „zufrieden seyn.“

Unerwiderte Liebesleidenschaft, Rheinromantik, eingesargte Lieder, ein Schuss Ironie … In vielerlei Hinsicht deutet sich schon in Robert Schumanns Liederkreis op. 24 an, was später in der „Dichterliebe“ kulminieren sollte: seine enthusiastische und kongeniale Auseinandersetzung mit der Lyrik Heinrich Heines. Nicht umsonst begann Schumanns „Liederjahr“ 1840 hiermit und der Heine-Liederkreis markiert seinen Ehrgeiz, nicht mehr nur als Klavierkomponist wahrgenommen zu werden. So schrieb er im Februar 1840 an seinen Verlag Breitkopf & Härtel: „Beifolgend erlaube ich mir eine Sammlung zu schicken, an der ich lange mit Lust und Liebe gearbeitet. Da man mich nur als Claviercomponisten kennt, so denke ich, daß sie hier und da Interesse erregen wird.“ Aus Heines „Buch der Lieder“ – aus der ersten Sammlung „Junge Leiden“ – wählte Schumann neun Gedichte aus und ordnete sie zu einer Abfolge, die eine lockere Erzähldramaturgie entfaltet und zwischen melancholischer Innenschau und trotzigem Überschwang changiert. Den Ton hierfür setzt schon die kontrastierende Abfolge der ersten drei Lieder: Auf die enttäuschte Hoffnung von „Morgens steh’ ich auf und frage“ folgt das grimmige „Es treibt mich hin, es treibt mich her!“ (dessen Klavierbegleitung wohl nicht zufällig an den „Jäger“ aus Schuberts „Die schöne Müllerin“ erinnert), ehe das lyrische Ich in „Ich wandelte unter den Bäumen“ auf erschütternde Weise Trost in der Natur sucht. Als zentrales fünftes Lied ist „Schöne Wiege meiner Leiden“ das längste des Zyklus; das an vorletzter Stelle stehende „Anfangs wollt’ ich fast verzagen“ setzt mit seiner choralartigen Anlage (die Melodie ist eine Anspielung auf das Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott läßt walten“) eine kurzes Innehalten vor das bittersüße Fazit von „Mit Myrten und Rosen“, das „des Liedes Zauberbann“ lösen soll.

Eine schroffe Geste steht am Beginn von Mozarts g-Moll-Klavierquartett KV 478. Vom ersten Takt an scheint der Komponist keinen Zweifel aufkommen lassen zu wollen: Dies ist keine gefällige Massenware für entspannte Musizierstunden daheim, sondern anspruchsvolle Konzertmusik. Diese Kompromisslosigkeit schlug sich seinerzeit leider auch in den Verkaufszahlen nieder. So wusste Mozarts Biograph Georg Nikolaus Nissen zu berichten, dass „daher der Verleger Hoffmeister dem Meister den vorausbezahlten Theil des Honorars unter der Bedingung schenkte, dass er die zwey anderen accordirten Quartette nicht schrieb und Hoffmeister seines Contractes entbunden wäre“. Wie eine fixe Idee durchzieht das Hauptthema und sein Rhythmus den ersten Satz, der unter einer beinahe permanenten Spannung zu stehen scheint. Das melancholisch-versonnene, zunächst im Klavier vorgestellte erste Thema des Andante gehört dann zu den magischen Melodiemomenten Mozarts, das Rondo sprudelt nur so über vor herrlichen Einfällen und immer neuen Wendungen. 
Als Nissen in den 1820er Jahren sein Buch schrieb, waren die Hörgewohnheiten übrigens schon weiter. Verglichen mit der Musik dieser Zeit kam ihm Mozarts Klavierquartett so vor, „als wenn man aus einem chaotischen Gewirre, aus dichter Finsterniss ins Licht und in eine heitere Ordnung versetzt würde“.

Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026

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Elena Bashkirova

„Kammermusik ist die Seele der Musik“, hat Elena Bashkirova einmal gesagt. Diesem Credo folgen die vielfachen Aktivitäten der Pianistin in ihren Rollen als Solistin, Liedbegleiterin, Ensemblemusikerin und Programmgestalterin. Der Geist des einfühlsamen Miteinanders bestimmt Bashkirovas Haltung als Interpretin wie Vermittlerin von Musik.

Zu den Höhepunkten der Saison 2024/25 gehören Solo-Klavierabende im Teatro San Carlo in Neapel, beim Eesti Concert Piano Festival in Tallinn, im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, auf Schloss Neubeuern und anderen. Elena beginnt ihre Saison als Solistin mit dem George Enescu Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Nabil Shehata. Weitere Engagements umfassen Einladungen des Orchestre National de Bordeaux unter der Leitung von Ana Maria Patino Osorio, des Transsilvanischen Staatsorchesters Cluj unter der Leitung von Lawrence Foster, des Israel Chamber Orchestra und des Sinfonieorchesters Biel Solothurn.

Kammermusik spielt Elena bei der Schubertiade und beim NFM in Wroclaw sowie mit dem Jerusalem Chamber Music Festival Ensemble im Konzerthaus Blaibach und bei den Hamburger Kammermusikfreunden.

Bashkirova entstammt einer mehrere Generationen zurückreichenden russischen Musikerdynastie. In Moskau geboren, begann sie ihr Studium im Alter von 15 Jahren in der Klasse ihres Vaters, des legendären Klavierpädagogen Dmitry Bashkirov. Zusammen mit dem Geiger Gidon Kremer, mit dem sie auch regelmäßig im Duo auftrat und mehrere Aufnahmen einspielte, verließ sie 1978 die Sowjetunion und ließ sich in Paris nieder. Künstlerisch geprägt wurde Elena Bashkirova insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Sergiu Celibidache oder Michael Gielen. Mit ihrem Mann Daniel Barenboim lebt sie seit 1992 in Berlin.

1998 gründete Bashkirova das Jerusalem International Chamber Music Festival, das sie als Künstlerische Leiterin seither alljährlich im September gestaltet. Das Kammermusikfest, das einige der herausragenden Solisten aus aller Welt miteinander in Austausch bringt, ist zu einer tragenden Säule des kulturellen Lebens in Israel geworden. Seit 2012 findet alljährlich im April zudem das Festival Intonations im Jüdischen Museum Berlin statt, das ebenfalls viel Beachtung erfährt. Das Festival findet seit 2023 im Berliner Kühlhaus statt. Gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern der beiden Festivals ist Elena Bashkirova regelmäßig bei den bedeutendsten Kammermusikreihen in Europa und Übersee zu Gast. Zu den internationalen Tourneen kommen Auftritte bei Sommerfestivals wie dem Lucerne Festival, dem Rheingau Musik Festival, dem George Enescu Festival in Bukarest oder dem Beethovenfest Bonn. Mehrere Aufnahmen dokumentieren Höhepunkte der von Bashkirova kuratierten Konzerte in wechselnden Musikerkonstellationen.

Einen zentralen Aspekt der künstlerischen Tätigkeit der Pianistin bildet das Lied. Zu den Sängerinnen und Sängern, mit denen Elena Bashkirova regelmäßig im Duo auftritt, gehören Anna Netrebko, Olga Peretyatko, Dorothea Röschmann, René Pape und Robert Holl.

Bashkirovas Einspielung der beiden Tschaikowsky-Zyklen „Die Jahreszeiten“ und „Kinderalbum“ wurde 2017 mit dem ICMA Award in der Sparte „Solo Instrument“ ausgezeichnet. Eine Aufnahme der kompletten „Poetischen Stimmungsbilder“ op. 85 von Antonín Dvořák erschien im Oktober 2020.

Elena Bashkirova trägt die Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion University of Negev. 2018 ehrte das Klavierfestival Ruhr sie mit seinem Preis. Als Nachfolgerin des Dirigenten Kurt Masur wurde Bashkirova zur Präsidentin der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in Leipzig ernannt.

Thomas E. Bauer

Thomas E. Bauer ist einer der faszinierendsten Vokalkünstler unserer Zeit. Begeistert wird er für die „virile Wucht”, „baritonale Klangschönheit“ und „präzise Diktion“ (Opernglas) seiner ausdrucksstarken Stimme gefeiert.

Als Konzertsänger gastierte Bauer zuletzt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Schönbergs „Gurreliedern“, beim Hong Kong Philharmonic, im Wiener Musikverein, in der Warschauer National-Philharmonie mit Mahlers „Das Lied von der Erde“, im Amsterdamer Concertgebouw mit Bachs Matthäuspassion unter der Leitung von Sigiswald Kuijken, beim Seoul International Music Festival, beim Brühl Haydn Festival mit der Capella Cracoviensis sowie beim Augsburger Mozartfest und Rheingau Musik Festival mit Bachs h-Moll-Messe. Er sang die Uraufführung von Jörg Widmanns Oratorium „ARCHE“ unter der Leitung von Kent Nagano zur Einweihung der Hamburger Elbphilharmonie (als CD bei ECM). Thomas E. Bauer sang Beethovens „Missa Solemnis“ unter Leitung von Philippe Herreweghe, Schuberts „Winterreise“ im Concertgebouw Brugge und die Matthäuspassion in Konzerten u.a. in Paris und Dijon mit der Capella Mediterranea unter Leitung von Leonardo García Alarcón.

Zuletzt war er auch zu erleben im Gewandhaus zu Leipzig, beim Beethovenfest Bonn mit Beethovens Liedzyklus „An die ferne Geliebte“, mit dem MDR Sinfonieorchester unter Simone Young und dem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Jörg Widmanns Orchesterliedzyklus „Das heiße Herz“, mit Beethovens 9. Sinfonie mit dem Basler Kammerorchester unter Giovanni Antonini (jetzt bei SONY Classical), mit dem Shanghai Symphony Orchestra unter Yu Long, Jukka-Pekka Saraste und Shao-Chia Lü mit Orchesterliedern von Mahler und mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg mit Bach-Kantaten. Zu jüngeren Saisonhöhepunkten zählt die Uraufführung der Benjamin-Sinfonie von Peter Ruzicka mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung des Komponisten.

Thomas E. Bauer war Artist-in-Residence des BOZAR Brüssel und hat mit dem Boston Symphony Orchestra unter Bernard Haitink, dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, dem Orchestra Filarmonica della Scala unter Zubin Mehta, dem Gewandhausorchester unter Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly und dem Tonhalleorchester Zürich konzertiert. Bei den Salzburger Festspielen war er zuletzt unter Ingo Metzmacher in Schuberts „Lazarus“, in der Berliner Philharmonie in Schönbergs „Jakobsleiter“ zu erleben. Auf der Opernbühne feierte er in Zimmermanns „Die Soldaten“ am Teatro alla Scala große Erfolge. Mehrere Opern-Uraufführungen hat er bestritten.

Thomas E. Bauer, Initiator des preisgekrönten Konzerthauses Blaibach, erfuhr seine erste musikalische Erziehung bei den Regensburger Domspatzen und studierte später Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München.

Mohamed Hiber

„Ein frühreifer, intelligenter Musiker mit außerordentlichen musikalischen Gaben: Mohamed Hiber ist ein sehr talentierter Geiger.“ (Le Figaro, Paris)

Mohamed Hiber, der 1995 in Pantin in der Nähe von Paris geboren wurde, ist ein herausragender Solist, begeisterter Kammermusiker und gefragter Konzertmeister. Er arbeitet eng und seit langem mit Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter, zwei der größten Musiker:innen der Welt, zusammen. Als Konzertmeister des West-Eastern Divan Orchestra seit 2019 (und Mitglied desselben seit 2010) tritt er unter der Leitung von Daniel Barenboim auf und gibt Konzerte auf der ganzen Welt mit Anne-Sophie Mutters Virtuosi Ensemble. Seit 2020 ist Mohamed Hiber Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung.

Er wird regelmäßig als Gastkonzertmeister von den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem London Philharmonia Orchestra und dem Orchestre de Paris eingeladen. Als Solist ist Mohamed Hiber mit dem London Symphony Orchestra, der Tschechischen Philharmonie, der Philharmonie Südwestfalen, der Philharmonie Baden-Baden, dem MDR Sinfonieorchester, dem Danubian Orchestra, dem Königlichen Kammerorchester der Wallonie, dem Gstaad Festival Orchestra und dem Mulhouse Symphony Orchestra aufgetreten. Er arbeitet regelmäßig mit Dirigent:innen wie Zubin Mehta, Daniel Harding, Klaus Mäkelä, Nabil Shehata, Marie Jacquot, Frank Braley, Robert Farkas, András Schiff und Neeme Järvi zusammen.

Als leidenschaftlicher Kammermusiker musiziert Mohamed Hiber häufig mit Daniel Barenboim, Anne-Sophie Mutter, Elena Bashkirova, Yuri Bashmet, Gautier Capuçon, Martha Argerich, Frank Braley, Khatia Buniatishvili, Gérard Caussé, Gareth Lubbe, Kian Soltani, Daishin Kashimoto, Maxim Rysanov, Mihaela Martin, Frans Helmerson, François Leleux, Nabil Shehata, Boris Brovtsyn, Claudio Bohorquez, Itamar Golan, Jens Peter Mainz, Frédéric Guy, Alexandre Tharaud, Amihai Grosz, Edgar Moreau und Pascal Moragues. Mit diesen Musiker:innen tritt er in den wichtigsten Kammermusikreihen der Welt auf, darunter das Luzern Festival, das Gstaad Festival, das Beethovenfest in Bonn, das Intonations Festival in Berlin, die Salzburger Festspiele, das Jerusalem International Chamber Music Festival, das Maïklange Festival in Verden, das Rolandseck Festival, die Kammermusikreihe des Louisiana Museum of Modern Art in Dänemark und das Osterfestival in Aix-en-Provence.

Mohamed Hiber ist zudem Gründungsmitglied des Elyon Piano Trio, gemeinsam mit der ungarischen Cellistin Laura Szabo und dem österreichischen Pianisten Maximilian Flieder. Das Trio trat beim Beethovenfest in Bonn und der Schubertiade in Schwarzenberg auf. Mohamed Hiber studierte Geige bei Ana Chumachenco, zunächst an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid und später an der Münchner Musikhochschule, wo er 2020 seinen Master abschloss.

Derzeit spielt Mohamed Hiber eine der bedeutendsten Violinen des großen Giovanni Battista Guadagnini – die „Ex Lidka“, Turin 1780, die ihm großzügigerweise von einem Mitglied der Stretton Society als Leihgabe zur Verfügung gestellt wird. Zudem spielt er einen Bogen von Jacob Eury, eine Leihgabe des Förderers Walter Schatt.

Madeleine Carruzzo

Madeleine Carruzzo wurde in Sion in der Schweiz geboren. Sie studierte in der Musikakademie Detmold in der Klasse von Tibor Varga. Sie schloss ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Von 1979 bis 1981 war sie Assistentin von Tibor Varga. Von 1978 bis 1981 war sie Konzertmeisterin des Tibor Varga Kammerorchesters. 1982 wurde sie als erste Frau als festes Mitglied der Berliner Philharmoniker aufgenommen, damals unter der Leitung von Herbert von Karajan, und spielte bis 2023 in der Gruppe der ersten Violinen.

Sie hat an zahlreichen Kammermusikfestivals wie Salzburg, Lockenhaus, Jerusalem, Berlin teilgenommen. Sie spielte in der Kammermusik mit den Pianisten Elena Bashkirova, Yefim Bronfman, Andràs Schiff, Radu Lupu, mit den Geigern Nikolaj Znaider, Renaud Capuçon, d’en Bratschisten Nobuko Imai, Gérard Caussé, den Cellisten Frans Elmerson, Boris Pergamenschikov und anderen.

Madeleine Carruzzo wurde 2001 mit dem Preis der Rünzi-Stiftung und 2012 mit dem Preis der Stadt Sion ausgezeichnet.

Adrien La Marca

Von der Financial Times wurde er als „wahrhaft reines Talent“ gewürdigt, Le Monde nannte ihn gar einen „Helden“: Adrien La Marca schöpft mit großer Ausdruckskraft und technischer Meisterschaft aus den reichen, tiefgründigen Farben seines individuellen Klangs. Mit seiner charismatischen Bühnenpräsenz stellt er eine unmittelbare emotionale Verbindung zum Publikum her.

Als Solist arbeitete der Bratscher mit renommierten Klangkörpern wie dem Orchestre National de France, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem MDR-Sinfonieorchester, dem Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks, der Hong Kong Sinfonietta, dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège (Artist-in- Residence 2018/19), dem Insula Orchestra, dem Orchestre national du Capitole de Toulouse, dem Orchester Les Siècles und dem Orchestre de Metz zusammen.

Dem wichtigen französischen Musikpreis Victoires de la Musique galt Adrien La Marca 2014 als „Entdeckung des Jahres“. Seitdem hat er in Konzertsälen und auf Festivals weltweit reüssiert, darunter die Philharmonie de Paris, das Barbican Centre London, die Wigmore Hall, das Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Berlin, der Wiener Musikverein, das Auditorium du Louvre, Schloss Elmau, das Théâtre des Champs-Elysée, die Salle Gaveau, das Festival de Pâques Aix-en-Provence, La Folle Journée, die Salzburger Festspiele, das Jerusalem International Chamber Music Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und die Schubertiade Schwarzenberg und Hohenems.

Der Fernsehsender Arte stellte ihn 2016 im Rahmen der Reihe „Stars von morgen“, präsentiert von Rolando Villazón, einem breiten Publikum vor. Im gleichen Jahr erschien auf dem Label La Dolce Volta sein erstes Album English Delight, das in Publikationen wie The Strad, Gramophone, Strings Magazine, Le Monde, Le Figaro, Diapason und Classica begeistert rezensiert und mit mehreren Preisen wie dem Diapason d'Or ausgezeichnet wurde. Sein aktuelles Album HEROES mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège, erschienen 2020, umfasst das Bratschenkonzert von William Walton, die Ersteinspielung eines von Gwenaël Mario Grisi für ihn komponierten Bratschenkonzertes und – erstmals in einer Fassung für Solobratsche und Orchester aufgenommen – Prokofjews „Romeo und Julia“. Auch diese Aufnahme überzeugte die Presse: „Eine definitiv zeitgenössische Version des Walton Konzertes“ (L’Obs), „eine berührend lyrische aber gleichzeitig authentische Interpretation“ (Le Figaro, Album des Jahres 2020), „La Marca und seine Viola bilden ein heroisches Paar“ (Diapason 5), „mehr als ein Wunderknabe – La Marca ist ein Violaprinz“ (La Croix).

Geboren 1989 in Aix-en-Provence als Kind einer Musikerfamilie begann Adrien La Marca als Vierjähriger mit dem Klavier- und Bratschenspiel. Mit 16 Jahren wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er bei Jean Sulem studierte. Als Schüler von Tatjana Masurenko in Leipzig und Tabea Zimmermann in Berlin rundete er sein Studium ab. Während seiner musikalischen Ausbildung wurde er regelmäßig zur Teilnahme an verschiedenen Musikakademien eingeladen und hatte die Möglichkeit, mit Musikern wie Seiji Ozawa, Valery Gergiev, Gidon Kremer, Sir András Schiff und Menahem Pressler zusammenzuarbeiten. 2016 erhielt er als erster klassischer Musiker das angesehene Stipendium der Fondation Lagardère. Adrien La Marca ist zudem Preisträger der Fondation Banque Populaire und wird von der Fondation l'Or du Rhin und der Fondation Safran unterstützt. Er gewann zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben, darunter der William Primrose-Wettbewerb, der Lionel-Tertis-Wettbewerb und der Johannes-Brahms-Wettbewerb.

Adrien La Marca spielt eine Bratsche von Nicola Bergonzi, hergestellt 1780 in Cremona.

Claudio Bohórquez

Der in Deutschland geborene Cellist peruanisch-uruguayischer Abstammung zählt zu den gefragtesten Musikern seines Fachs. Als Schüler von Boris Pergamenschikow war Claudio Bohórquez schon früh bei internationalen Wettbewerben wie dem Tschaikowsky-Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris erfolgreich.

Beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf errang er zudem 1995 sehr jung den 1. Preis, der den Beginn seiner Karriere als Solist markierte. Dies gipfelte im Jahr 2000 mit einer Auszeichnung des erstmals ausgetragenen Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb der Kronberg Academy.

Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: von 2011 bis 2016 war er Professor an der Musikhochschule Stuttgart, im September 2016 wurde er an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin berufen, an der er seit 2003 immer wieder als Gastprofessor unterrichtete.

Claudio Bohórquez trat unter anderen mit fast allen deutschen Rundfunkorchestern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem Collegium Musicum Basel, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Tonhalle-Orchester Zürich und der der Academy of St. Martin in the Fields auf. In Japan konzertiert er mit dem NHK Symphony Orchestra und mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra. In den USA gab Claudio Bohórquez zuletzt Konzerte mit Boston Symphony, Chicago Symphony, Cleveland Orchestra, Detroit Symphony, Los Angeles Philharmonic, National Symphony und dem Philadelphia Orchestra.

Zu den namhaften Dirigenten, mit denen Claudio Bohórquez bisher arbeitete, zählen Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Manfred Honeck, Sir Neville Marriner, Eiji Oue, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin, Tugan Sokhiev, Lothar Zagrosek und David Zinman.

Claudio Bohórquez ist bei zahlreichen Festivals zu Gast. Darunter das Festival Casals in Puerto Rico, City of London Festival, Penderecki-Festival in Warschau oder auch Jerusalem International Chamber Music Festival. In den USA war er u. a. beim Tanglewood, Ravinia und Aspen Festival sowie beim Hollywood Bowl zu erleben. Er nahm am Kammermusikfest Lockenhaus in Österreich und an Gidon Kremers Festival "Les Musiques" in Basel teil. Seit der Saison 2017/18 ist Claudio Bohórquez künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte und Konzerttage Winnenden.

Claudio Bohórquez spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri, das ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird.

Nabil Shehata

Nabil Shehata bewegt sich in der Musik mit der Selbstverständlichkeit eines Menschen, der ihr von früh an vertraut ist. Geboren 1980 in Kuwait und aufgewachsen in Deutschland, beginnt seine musikalische Geschichte zunächst am Klavier, bevor er als Kind den Kontrabass für sich entdeckt, ein Instrument, das seine künstlerische Haltung bis heute prägt. Zuhören, tragen, verbinden. Diese Perspektive aus dem Inneren des Orchesters heraus sollte später auch sein Dirigieren bestimmen.

Nach Studienjahren in Würzburg und Berlin führt ihn sein Weg rasch auf die großen Bühnen. Als Solokontrabassist der Staatskapelle Berlin und anschließend als Erster Solo-Kontrabassist der Berliner Philharmoniker erlebt er das Orchesterhandwerk auf höchstem Niveau. Parallel dazu wächst sein Interesse für das Ganze, für Form, Dramaturgie und den Moment, in dem viele Stimmen zu einer gemeinsamen Sprache finden. Prägende Begegnungen mit Dirigenten wie Daniel Barenboim öffnen ihm den Weg ans Pult.

Seit seinem Dirigierdebüt in Jahr 2007 entwickelt Nabil Shehata eine internationale Laufbahn, die ihn zu Orchestern in Europa, Asien und Amerika führt. Seine Arbeit ist geprägt von einer kammermusikalischen Klarheit, von Vertrauen in die Musikerinnen und Musiker und von dem Wunsch, Musik nicht zu erklären, sondern erlebbar zu machen. Ob im symphonischen Repertoire oder in der Oper, sein Dirigat sucht den Dialog, nicht die Pose.

Als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen formte er über mehrere Jahre hinweg ein unverwechselbares künstlerisches Profil. Heute setzt er diese Arbeit als Künstlerischer Leiter des Orchesters der Barenboim-Said Akademie fort, wo musikalische Exzellenz und kultureller Austausch untrennbar miteinander verbunden sind. Ergänzt wird seine Tätigkeit durch Lehre, Nachwuchsarbeit und eigene Festivalprojekte, in denen Nähe, gemeinsames Denken und musikalische Neugier im Mittelpunkt stehen.

Nabil Shehata versteht Musik als offenen Raum: einen Ort der Begegnung, der Konzentration und der gemeinsamen Verantwortung. Sein künstlerischer Weg verbindet Virtuosität mit Haltung – und eine leise, überzeugende Autorität mit der Freude am gemeinsamen Klang.