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17.04.26

Mozart Piano Quartet

Freitag, 17. April 2026, 19 Uhr

Paul Rivinius – Klavier
Mark Gothoni – Violine
Hartmut Rohde – Viola
Peter Hörr – Violoncello 


Robert Schumann (1810–1856)
Klavierquartett Es-Dur op. 47
I. Sostenuto assai – Allegro man non troppo
II. Scherzo. Molto vivace
III. Andante cantabile
IV. Finale. Vivace

Aziza Sadikova (*1978)
Brentano’s Dialogue (2025)
für Klavierquartett

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PAUSE
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Johannes Brahms (1835–1897)
Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25
I. Allegro 
II. Intermezzo. Allegro man non troppo
III. Andante con moto
IV. Rondo alla zingarese. Presto

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„Wir haben gestern das Quartett zum erstenmal gespielt, und es nimmt sich recht effektvoll aus, ich glaube, effektvoller als das Quintett. Doch darüber steht mir kein Urteil zu.“ So schrieb Robert Schumann über sein Klavierquartett Es-Dur op. 47 an seinen Verleger. In Schumanns „Kammermusikjahr“ 1842, kurz nach dem Klavierquintett op. 44 entstanden, hat die Nachwelt wohl dieses als effektvoller beurteilt, doch auch das Klavierquartett ist ein inspiriertes, die Besetzung perfekt ausbalancierendes Werk. Zwingend ist schon die Vorbereitung des allgegenwärtigen Hauptthemas des ersten Satzes in der langsamen Einleitung, die Schumann dann auch als Auftakt der Durchführung wiederholt. Das Achtelpulsieren, das schon viele Passagen des ersten Satzes antreibt, wird im anschließenden, kompakt fünfteiligen Scherzo zum Perpetuum mobile, das auch immer wieder in die beiden Trio-Episoden einsickert. Eine herrliche Cellomelodie in ruhigem Dreiertakt bildet den Ausgangspunkt für die Variationenfolge des Andante cantabile, wobei die ersten beiden Variationen (mit Cello und Violine bzw. Viola und Klavier als führenden Stimmen) fast unmerklich daraus hervorgehen. In Kontrast dazu wechselt die dritte nach Ges-Dur und in den 4/4-Takt, ehe die folgenden Variationen sich wieder stärker am Grundthema orientieren. Aus dem in der Coda isolierten Dreitonmotiv daraus leitet Schumann dann das Hauptthema des mitreißenden Vivace-Finales ab, ein wunderbares Beispiel für Schumanns romantisch vorwärtsstürmenden Überschwang.

Die aus Usbekistan stammende, in Berlin lebende Komponistin Aziza Sadikova hat anlässlich des 25. Geburtstages des Ensembles ein Werk für das Mozart Piano Quartet komponiert, das im November 2025 uraufgeführt wurde. In „Brentano's Dialogue“ geht es um den Schriftsteller Clemens Brentano und den imaginären Dialog mit seiner Schwester, der Schriftstellerin Bettina von Arnim. „Dieses Stück ist inspiriert von meinem Aufenthalt im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf (dem Wohnsitz der von Arnims), wo ich die Gelegenheit hatte, in der wunderbaren Atmosphäre der Romantik zu leben und in die Räume, den Park, die Romane, Gedichte und die Musik dieser faszinierenden Persönlichkeiten einzutauchen“, kommentiert die Komponistin ihr Werk. „So schuf ich einen imaginären Dialog zwischen ihnen, der natürlich auch im wirklichen Leben hätte stattfinden können. Mein Zuhörer hört die Fragmente oder verschwommenen Worte dieses Gesprächs durch das Prisma der Zeit, wie in einer Halluzination. Manchmal ist es deutlich präsent, und manchmal driftet es wieder durch die Jahrhunderte zurück. Die Musik von Brentanos Gedicht ‚Laß rauschen Lieb, laß rauschen‘ taucht manchmal ebenfalls auf, versteckt zwischen anderen Klängen in der Partitur.“

Drei Gründe nannte Arnold Schönberg dafür, dass er 1937 Johannes Brahms’ Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25 für Orchester bearbeitet hatte: „1. Ich liebe das Stück. 2. Es wird selten gespielt. 3. Es wird immer sehr schlecht gespielt, weil der Pianist desto lauter spielt je besser er ist, und man nichts von den Streichern hört. Ich wollte einmal alles hören, und das habe ich erreicht.“ Die aufführungspraktischen Probleme haben sich wohl mittlerweile erledigt, sodass man auch in der Originalbesetzung „alles hört“. Was Schönberg aber an Brahms’ Kammermusikwerk von 1861 fasziniert haben dürfte, ist dessen Fähigkeit aus einfachsten motivischen Zellen eine mitreißende thematische Vielfalt zu erzeugen. Im ersten Satz entwickelt sich diese aus einem zunächst ganz schlicht vorgetragenen Viertonmotiv, dem im Klavier aber bald ein bewegtes Pendant unterlegt wird, das in der Folge für den rhythmischen Schwung des Satzes maßgeblich wird. Der zweite Satz stellt mit gedämpften Streichern und mäßigem Tempo ein gleichsam heruntergebremstes Scherzo mit raschem Mittelteil dar, das von einer ausgedehnten Streicherkantilene eröffnete Andante überrascht mit einem zunächst heiteren, dann dramatisch gesteigerten Marsch als zentralem Abschnitt. Das Rondo alla Zingarese schließlich ist ein Paradebeispiel für Brahms’ Fähigkeit mit ungarischen Rhythmus- und Melodieelementen einen unwiderstehlichen finalen Schwung zu erzeugen.

Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026

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Mozart Piano Quartet

Wer das Mozart Piano Quartet hört, muss zu dem Ergebnis kommen, dass eine stilsichere, Werk gerechtere Interpretation nicht mehr möglich ist. Man ist berauscht, benommen von so viel differenzierter, perfekt aufeinander abgestimmter Klangkultur und kann nur dankbar staunen. Sein reichhaltiges Repertoire umfasst die großen Standardwerke bis hin zu den unentdeckten Perlen der Musikgeschichte, für die sich das Ensemble leidenschaftlich einsetzt. Zu einer Besonderheit im Repertoire des Mozart Piano Quartets zählt Ferdinand Ries’ geniale Bearbeitung von Beethovens berühmter „Eroica“ für Klavierquartett sowie die von der Schönberg-Familie begrüßte eigene Bearbeitung der „Verklärten Nacht“ für Klavierquartett, deren Uraufführung im Schönberg Center in Wien im Oktober 2009 erfolgte.

Das im Jahr 2000 gegründete Mozart Piano Quartet vereint mit Paul Rivinius (Klavier), Mark Gothoni (Violine), Hartmut Rohde (Viola) und Peter Hörr (Violoncello) vier internationale Solisten und Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter des ARD- Wettbewerbs München, des Deutschen Musikwettbewerbs, des Scheveningen International Competition und des Naumburg Competition, New York. Zudem unterrichten sie als Professoren an der Universität der Künste Berlin, der HMT Leipzig sowie an der Royal Academy of Music in London.

Das Mozart Piano Quartet gastierte u. a. im Konzerthaus Berlin, im Concertgebouw Amsterdam, im Herkulessaal in München, im Palau de la Música in Barcelona, in der Bremer Glocke, der Liederhalle in Stuttgart, in der Wigmore Hall in London, in der Tonhalle Zürich sowie in Madrid, Paris, Rotterdam und St. Gallen. Konzertreisen führten das Ensemble nach Übersee in die USA und Kanada (Lincoln Center und Frick Collection in New York, Library of Congress in Washington, Los Angeles, Chicago, Montreal, Philadelphia, Boston, Baltimore), nach Australien, Brasilien, Chile, Mexiko, Peru und Uruguay.

Darüber hinaus wird das Mozart Piano Quartet regelmäßig von zahlreichen internationalen Festivals in Deutschland (Beethovenfest Bonn, Schleswig-Holstein Musikfestival), Australien (International Barossa Music Festival), Brasilien (Festival de Inverno de Campos do Jordão), Mexiko (Morelia) und Puerto Rico (Casals-Festival) eingeladen.

Seit 2004 veröffentlicht das Quartett exklusiv bei dem Label Dabringhaus & Grimm (MDG), das die faszinierenden Einspielungen des Quartetts op.16 und der „Eroica“ von Ludwig van Beethoven in der Bearbeitung für Klavierquartett von Ferdinand Ries, die Quartette von Strauss und Dvorak sowie die Ersteinspielungen der Klavierquartette von Mélanie Bonis und Saint-Saëns veröffentlichte, die von der internationalen Presse hoch gelobt und mit Preisen wie „Best Chamber America“ oder „Editor´s Choice“  des britischen Musikmagazins „Gramophone“ ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Rundfunkmitschnitte und -produktionen aus Australien, Brasilien, Italien, Spanien, den USA und Deutschland dokumentieren den außergewöhnlichen künstlerischen Stellenwert des Mozart Piano Quartets.

2018 wurde das Mozart Piano Quartet mit einem OPUS-Klassik (Nachfolger des ECHO Klassik) für die beste Kammermusikeinspielung von Werken des 19. Jahrhunderts ausgezeichnet.