10.07.26
Mozarts Don Giovanni – Operngala
Freitag, 10. Juli, 19 Uhr
Samstag, 11. Juli, 18 Uhr
Sonntag, 12. Juli, 14 Uhr
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Konzertdauer: ca. 50 Min. │ Pause │ ca. 50 min.
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Lenneke Ruiten
–
Donna Elvira (& Zerlina)
Thomas. E. Bauer
–
Don Giovanni
Daniele Terenzi –
Leporello
Hofkapelle München
Rüdiger Lotter – Leitung
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Szenen, Arien und Ensembles aus
Il dissoluto punito ossia il
Don Giovanni KV 527 (Uraufführung 1787)
Libretto: Lorenzo da Ponte (1745–1838)
Akt I
Ouvertura
4. und 5. Szene
Rez. „Orsú, spicciati presto“ (Don Giovanni, Leporello)
Nr. 3 Aria „Ah chi mi dice mai“ (Donna Elvira, Don Giovanni, Leporello)
Rez. „Chi è là“ (Elvira, Giovanni, Leporello)
Nr. 4 Aria „Madamina, il catalogo è questo“ (Leporello)
9. Szene
Rez. & Nr. 7 Duettino „Alfin siam liberati“– „Là ci darem la mano“ (Giovanni, Zerlina)
Aus der Ballettmusik zu Idomeneo KV 367
Pas Seul
Nr. 8 „Ah! fuggi il traditor“ (Elvira)
Aus der Ballettmusik zu Idomeneo KV 367
Chaconne
15. Szene
Rez. „Io deggio ad ogni patto“ (Giovanni, Leporello)
Nr. 11 Aria „Fin ch’han dal vino“ (Giovanni)
20. Szene, Schluss des Finales
„Trema, trema, o scellerato!“
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PAUSE
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Aus der Colloredo-Serenade KV 203
Andante Maestoso – Allegro assai
Andante
Prestissimo
Akt II
1. bis 4. Szene
Nr. 14 Duetto „Eh via buffone“ (Giovanni, Leporello)
Rez. „Odi! Vedesti tu la cameriera di Donna Elvira?“ (Giovanni, Leporello)
Nr. 15 Terzetto „Ah taci, ingiusto core“ (Elvira, Giovanni, Leporello)
Nr. 16 Canzonetta „Deh vieni alla finestra“ (Giovanni)
Rez. &
Nr. 17
Aria „Bagatelle!“ – „Metà di voi qua vadano“ (Giovanni)
Aus der Ballettmusik zu Idomeneo KV 367
La Chaconne, qui reprend
9. Szene
Nr. 20 Aria „Ah, pietà signori miei“ (Leporello)
10. Szene (Wiener Fassung)
Rez. und Nr. 21b
Aria
„In quali eccessi o Numi“ – „Mi tradi quell’alma ingrata“ (Elvira)
16. Szene, Schluss des Finales
„Questo è il fin di chi fa mal“
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„Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni“ – „Der bestrafte Wüstling
oder der Don Giovanni“: Der komplette Titel der Oper, die Wolfgang Amadé
Mozart und sein kongenialer Textdichter Lorenzo da Ponte 1787 für das
Prager Nationaltheater schrieben, deutet den Doppelcharakter schon an:
Wir haben es einerseits mit einem sich bürgerlicher Konventionen
entziehenden Lüstling zu tun, mit dem Prototypen eines gesellschaftlich
Geächteten, der seiner gerechten Strafe zugeführt wird; aber
andererseits ist er eben auch Don Giovanni, ein Mensch aus Fleisch und
Blut, dessen Charme wir verfallen, dessen Grenzüberschreitungen uns
faszinieren und amüsieren. Dieser Doppelcharakter durchzieht das ganze
Stück, das immer wieder zwischen Opera buffa und Opera seria, zwischen
komischer und ernster Oper changiert: Die Atmosphäre kann von einem
Moment zum anderen von Heiterkeit in Dramatik, vom Tragischen ins
Burleske kippen. Schon die Ouvertüre illustriert diese beiden Seiten des
Werks und seines Titelhelden: Ihr Beginn nimmt zunächst Don Giovannis
finalen Höllensturz vorweg, um dann in ein quirliges Molto Allegro
überzugehen. Ein prägnantes Motiv mit fünf absteigenden Noten steht
dabei quer zum scheinbar unbeschwerten Wirbel – ganz so wie Giovanni in
seinem sozialen Umfeld.
Mozart und da Ponte brauchen keine langen
Arien, um uns ihren Protagonisten näher zu bringen: sie lassen seine
Taten sprechen, zeigen uns, wie er sich seinem Gegenüber und wechselnden
Situationen anpasst, wie er in verschiedene Rollen schlüpft und dabei
immer er selbst bleibt: Um die ihm nachgereiste Donna Elvira
abzuwimmeln, der er einst die Ehe versprochen hat und mit der er
immerhin drei Tage lang als Verlobter zusammengelebt hat, schickt er
Leporello vor. Der bis zu einem gewissen Grad (und bei entsprechender
Bezahlung) loyale Diener demütigt die im weiteren Verlauf der Handlung
zwischen Rachegelüsten und der Hoffnung auf Wiedervereinigung
schwankende Frau mit jenem Katalog, der sämtliche Eroberungen seines
Herrn aufzählt und macht ihr damit schonungslos klar, was sie in dessen
Augen ist: nur eine Nummer unter vielen. Zur Verführung der
Bäuerin Zerlina schlägt Giovanni zärtlichste Töne an; um Elviras
Kammerzofe zu umgarnen, gibt er sich als sein Diener aus und greift für sein Ständchen zur
empfindsamen Mandoline. Doch in der so genannten „Champagnerarie“ – in
der es eigentlich um den Wein geht, der nicht zur Neige gehen soll –
gibt er mit einer fast schon manischen Vergnügungssucht Anweisungen zu
einem Fest. Dort soll „ohne jede Ordnung“ zu sämtlichen Tanzstilen
aufgespielt werden, damit er bis zum Morgen seiner Liste weiblicher
Trophäen zehn weitere hinzufügen kann.
Ist Giovanni ein
Getriebener seiner Lust, ist er – wie man heute sagen würde –
sexsüchtig? Das muss wohl offen bleiben, klar ist aber: im Verlauf der Opernhandlung bleibt der Erotomane ein Unbefriedigter. Seine Eroberungsversuche werden immer wieder vereitelt: unter
anderem von Elvira, die Zerlina vor Giovanni warnt, und natürlich vom
Komtur, der seiner Tochter Donna Anna zur Hilfe eilt und dafür im Duell
von Giovanni erstochen wird. Als Steinerner Gast wird er am Ende kommen
und den jede Reue und damit die Rückkehr in die geregelte Gesellschaft
veweigernden Libertin in die Hölle stoßen.
Bei den
Zurückgebliebenen mischt sich am Ende in die Erleichterung und Genugtuung („So
endet der, der Böses tut“) eine gewisse Leere und die leise Ahnung: So
ganz ohne Exzess macht das Leben vielleicht auch keinen Sinn…
Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026
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Lenneke Ruiten
Lenneke Ruiten studierte Flöte und Gesang am Königlichen Konservatorium
in Den Haag und Operngesang an der Bayerischen Theaterakademie in
München. Im Jahr 2002 gewann sie unter anderem den ersten Preis beim
Internationalen Gesangswettbewerb in Den Bosch. Heute ist sie eine der
gefragtesten Sopranistinnen unserer Zeit und kann auf eine herausragende
Karriere in den Bereichen Oper, Konzert und Lied zurückblicken. Im Jahr
2023 erhielt Lenneke den Elly-Ameling-Ring. Dieser vom Concertgebouw
Amsterdam ins Leben gerufene Preis für Liedgesang wurde zunächst an Elly
Ameling, dann an Robert Holl und nun an Lenneke Ruiten verliehen.
Lenneke
gelang ihr Durchbruch in der Oper, als sie 2013 an der La Monnaie in
Brüssel als Ophélie (Thomas/„Hamlet“) einsprang. Sie sang Giunia
(Mozart/„Lucio Silla“) an der La Monnaie in Brüssel und am Teatro alla
Scala di Milano, Lucia (Donizetti/„Lucia di Lammermoor“) an der Opéra de
Lausanne, Konstanze (Mozart/„Die Entführung“) an der La Scala di Milano
und an der De Nationale Opera Amsterdam sowie die Titelrolle in „Das
schlaue Füchslein“ (Janáček) an der La Monnaie in Brüssel. Sie sang
Fiordiligi (Mozart/„Cosi fan tutte“) beim Festival d'Aix-en-Provence.
Sie wurde zum Holland Festival als Angelica (Händel/ „Orlando“) sowie zu
den Salzburger Festspielen als Donna Anna (Mozart/„Don Giovanni“)
eingeladen. Sie sang Maria Stuarda (Donizetti/Titelrolle) an der La
Monnaie in Brüssel und Gilda (Verdi/„Rigoletto“) an der Staatsoper
Stuttgart, wo sie auch Zerbinetta (Strauss/„Ariadne auf Naxos“) und
Sophie (Strauss/„Rosenkavalier“) sang.
Lenneke Ruiten hat mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Emmanuelle Haïm, Daniele Gatti, Christoph Eschenbach, John Eliot Gardiner, Marc Minkowski, Christian Thielemann, Iván Fischer, Philippe Jordan, Alessandro de Marchi, Ton Koopman, Ottavio Dantone und René Jacobs zusammengearbeitet und mit Orchestern wie den Wiener Philharmoniker, dem Philadelphia Orchestra, dem Orchestre Suisse Romande, den English Baroque Soloists, dem Mozarteumorchester, der Akademie für Alte Musik, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Mahler Chamber Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Rom, und den Münchner Philharmonikern.
Sie ist regelmäßig zu Gast bei Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Festival d'Aix-en-Provence, dem Edinburgh Festival, dem Spring Festival Tokyo, dem Mostly Mozart Festival New York, den BBC Proms, dem Leipziger Bachfest, dem Prager Frühlingsfestival, dem Aldeburgh Festival, dem Lucerne Festival, dem Holland Festival und dem Drottningholm Festival. Ihre Diskografie umfasst Mozart-Konzertarien, Bach-Kantaten, Carmina Burana, Strauss-Lieder usw. Lenneke Ruiten hat eine Leidenschaft für das Lied. Sie arbeitet mit dem Pianisten Thom Janssen zusammen und gibt Konzerte unter anderem im Amsterdamer Concertgebouw, in der Wigmore Hall in London, in La Monnaie in Brüssel, beim Spring Festival Tokyo, in der Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart und im Kaisersaal in Frankfurt.
Thomas E. Bauer
Thomas E. Bauer ist einer der faszinierendsten Vokalkünstler unserer Zeit. Begeistert wird er für die „virile Wucht”, „baritonale Klangschönheit“ und „präzise Diktion“ (Opernglas) seiner ausdrucksstarken Stimme gefeiert.
Als Konzertsänger gastierte Bauer zuletzt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Schönbergs „Gurreliedern“, beim Hong Kong Philharmonic, im Wiener Musikverein, in der Warschauer National-Philharmonie mit Mahlers „Das Lied von der Erde“, im Amsterdamer Concertgebouw mit Bachs Matthäuspassion unter der Leitung von Sigiswald Kuijken, beim Seoul International Music Festival, beim Brühl Haydn Festival mit der Capella Cracoviensis sowie beim Augsburger Mozartfest und Rheingau Musik Festival mit Bachs h-Moll-Messe. Er sang die Uraufführung von Jörg Widmanns Oratorium „ARCHE“ unter der Leitung von Kent Nagano zur Einweihung der Hamburger Elbphilharmonie (als CD bei ECM). Thomas E. Bauer sang Beethovens „Missa Solemnis“ unter Leitung von Philippe Herreweghe, Schuberts „Winterreise“ im Concertgebouw Brugge und die Matthäuspassion in Konzerten u.a. in Paris und Dijon mit der Capella Mediterranea unter Leitung von Leonardo García Alarcón.
Zuletzt war er auch zu erleben im Gewandhaus zu Leipzig, beim Beethovenfest Bonn mit Beethovens Liedzyklus „An die ferne Geliebte“, mit dem MDR Sinfonieorchester unter Simone Young und dem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Jörg Widmanns Orchesterliedzyklus „Das heiße Herz“, mit Beethovens 9. Sinfonie mit dem Basler Kammerorchester unter Giovanni Antonini (jetzt bei SONY Classical), mit dem Shanghai Symphony Orchestra unter Yu Long, Jukka-Pekka Saraste und Shao-Chia Lü mit Orchesterliedern von Mahler und mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg mit Bach-Kantaten. Zu jüngeren Saisonhöhepunkten zählt die Uraufführung der Benjamin-Sinfonie von Peter Ruzicka mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung des Komponisten.
Thomas E. Bauer war Artist-in-Residence des BOZAR Brüssel und hat mit dem Boston Symphony Orchestra unter Bernard Haitink, dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, dem Orchestra Filarmonica della Scala unter Zubin Mehta, dem Gewandhausorchester unter Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly und dem Tonhalleorchester Zürich konzertiert. Bei den Salzburger Festspielen war er zuletzt unter Ingo Metzmacher in Schuberts „Lazarus“, in der Berliner Philharmonie in Schönbergs „Jakobsleiter“ zu erleben. Auf der Opernbühne feierte er in Zimmermanns „Die Soldaten“ am Teatro alla Scala große Erfolge. Mehrere Opern-Uraufführungen hat er bestritten.
Thomas E. Bauer, Initiator des preisgekrönten Konzerthauses Blaibach, erfuhr seine erste musikalische Erziehung bei den Regensburger Domspatzen und studierte später Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München.
Daniele Terenzi
Nach seinem Studium am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom vertiefte Daniele Terenzi seine Ausbildung am Centre de Perfeccionament Plácido Domingo im Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia, am Opernstudio des Maggio Musicale Fiorentino sowie am Auditorium de Tenerife. Er gewann 2013 den Enrico-Caruso-Preis und 2017 den renommierten AsLiCo-Wettbewerb für die Rolle des Papageno in „Die Zauberflöte“, eine Rolle, die er an allen Theatern der Tournee sang.
Zu seinen frühen Engagements zählten: „La Traviata“ in Rom; „Il Barbiere di Siviglia“ mit der Vereinigung „Europa Incanto“ in Treviso und Rom; sowie „Die Zauberflöte“ am Teatro Duse in Bologna und am Teatro Luciano Pavarotti in Modena mit der Theatergruppe „Fantateatro“.
Später wirkte er in Produktionen an bedeutenden internationalen Theatern und Festivals mit, darunter: Teatro Regio di Torino; Teatro dell’Opera di Roma; Teatro San Carlo in Neapel; Teatro Carlo Felice in Genua; Teatro del Maggio Musicale Fiorentino; Teatro Regio di Parma; Teatro Comunale di Modena; das Festival della Valle d’Itria in Martina Franca; das Mascagni-Festival in Livorno; die Opéra national de Lorraine; die Opéra de Lyon; das Festival d’Aix-en-Provence; das Nationaltheater von Tirana; die Ópera de Tenerife; das National Centre for the Performing Arts in Mumbai; das Royal Opera House Muscat; sowie Tourneen in New York und Südkorea.
Zu den Rollen, die er verkörpert hat, gehören: Figaro in „Le Nozze di Figaro“; Fiorello und Leporello in „Don Giovanni“; Doktor Malatesta in „Don Pasquale“; Schaunard in „La Bohème“; Sharpless in „Madama Butterfly“; Giorgio Germont in „La Traviata“; der Sakristan in „Tosca“; Graf Ceprano und Marullo in „Rigoletto“; Morales in „Carmen“; Alfio in „Cavalleria Rusticana“; die Titelrolle in „Gianni Schicchi“; Prosdocimo in „Il Turco in Italia“; Dandini in „La Cenerentola“; der Lautsprecher in Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“; sowie Albert in Halévis „La Juive“.
Er arbeitet weiterhin regelmäßig mit dem Teatro Lirico di Cagliari zusammen, wo er in „La Bohème“, „Don Giovanni“, „Il Barbiere di Siviglia“, „Rigoletto“, „Lucrezia Borgia“, „Lo Schiavo“ von Gomes, „Turandot“ von Busoni und dem Pastiche „L’Ape Musicale“ gesungen hat.
Zu seinen bemerkenswerten Auftritten auf der Konzertbühne zählen: Mascagnis „Messa di Gloria“ und Orffs „Carmina Burana“ am Teatro Lirico di Cagliari; Konzerte in Italien und Oman mit der Pavarotti-Stiftung aus Modena; sowie Galakonzerte am Teatro Regio di Parma mit der Filarmonica Arturo Toscanini und am Nationaltheater von Montenegro.
Zu den
Engagements der Spielzeit 2025/26 gehören: eine Neuproduktion von
„Tosca“ am Teatro Politeama Pratese; das Debüt in „Il Trovatore“ in
Fidenza; „La Bohème“ am Teatro Pergolesi in Jesi; „Carmina Burana“ am
Teatro Carlo Felice in Genua; sowie „Don Giovanni“ auf Tournee mit der
Hofkapelle München.
Hofkapelle München
„Die reine Streicherbesetzung der Hofkapelle München klingt fabelhaft! Weich, geschmeidig, federnd, die Kapelle hat Kraft und Tempo!“ (Kölner Stadtanzeiger, April 2022)
Die Hofkapelle München hat sich als Spitzenensemble der historischen Aufführungspraxis, insbesondere für das Repertoire des deutschen Barock und der deutschen Klassik, einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Rüdiger Lotter gastiert die Hofkapelle München auf grossen Bühnen wie dem Concertgebouw Amsterdam, „De Singel“ in Antwerpen, der Kölner Philharmonie, der Opéra Royal du Château de Versailles oder dem NOSPR in Katowice. Das Orchester ist regelmäßig bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musikfestival, dem MA Festival Brügge, den Innsbrucker Festwochen, den Tagen der Alten Musik in Regensburg, oder dem Warschauer Chopin Festival zu Gast. Neben Rüdiger Lotter standen auch Gastdirigenten wie Reinhard Goebel, Alessandro de Marchi oder Howard Arman am Pult der Hofkapelle München.
Eine enge Verbindung des Orchesters besteht auch zum Chor des Bayerischen Rundfunks, den Regensburger Domspatzen, dem Chorwerk Ruhr oder dem Chor der KlangVerwaltung München. Ab 2024 wir die Hofkapelle München auch über einen eigenen Profichor verfügen, um insbesondere auch die Beschäftigung des Repertoires am Münchner Hof des 16. und 17. Jahrhunderts zu intensivieren.
Auch im Bereich Oper ist die Hofkapelle München aktiv, so verband sie eine langjährige Partnerschaft mit der bayerischen Theaterakademie, aus der zahlreiche aufsehenerregende Opernproduktionen hervorgingen. Eigenproduktionen bzw. Koproduktionen der Hofkapelle München mit Konzerthäusern oder Festivals wie dem Mozartfest Würzburg, der Kölner Philharmonie oder dem Konzerthaus Blaibach, wurden 2022 mit der Oper „Der Stein der Weisen oder Zauberinsel“ durch finanzielle Unterstützung des Bundes fortgeführt. 2024 hat die Hofkapelle München in Koproduktion mit den Musikfestspielen Herrenchiemsee und dem Konzerthaus Blaibach die „Zauberflöte“ von Mozart auf die Bühne gebracht und hat damit die bekannteste aller Schikaneder-Opern im Repertoire.
Die Hofkapelle
München hat seit ihrer Gründung im Jahr 2009 sehr erfolgreiche
CD-Produktionen auf den Markt gebracht. So erhielt die im Oktober 2022
beim Label „Alpha“ veröffentlichte CD „Zauberoper“ mit dem Bariton
Konstantin Krimmel ein breites Medienecho, die für Sony vorgelegte CD
„Le belle immagini“ mit Valer Sabadus wurde mit dem Echo Klassik
ausgezeichnet. Die Einspielung der Sechs Brandenburgischen Konzerte
wurde von Kritikern als „exemplarisch“ gelobt. 2012 erhielt die
Hofkapelle München zudem den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Mitte 2024 erschien die Oper „Der Stein der Weisen oder die Zauberinsel”
als europäische Ersteinspielung bei Sony DHM.
Rüdiger Lotter
„Rüdiger
Lotter demonstriert als Leiter seiner Hofkapelle München mit dieser
Aufnahme seine stilistische Meisterschaft ebenso wie einen
ausgesprochenen Sinn für Ausdruck und Dramaturgie in der Gestaltung der
Werke.“ („Wanderer“, November 2022)
Rüdiger Lotter gehört heute
zu den profiliertesten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation.
Mit der Hofkapelle München gründete er eine
Originalklang-Spitzenformationen, mit der er seit über zehn Jahren
internationale Erfolge feiert und die 2015 mit dem Echo Klassik
ausgezeichnet wurde.
Als Dirigent ist er bei den großen Festivals wie dem Chopin Festival in Warschau, dem Schleswig-Holstein Festival, dem Rheingau- Musikfestival, dem MA Festival in Brügge, den Innsbrucker Festwochen, den Tagen Alter Musik Regensburg, der Styriarte oder der den Tagen alter Musik in Herne zu Gast. Er leitete bereits Orchester wie das Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks die Bochumer Sinfoniker, die Düsseldorfer Sinfoniker, oder das Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Rüdiger Lotter verfügt über eine reiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit international bekannten Sängern wie Christiane Karg, Franco Fagioli, Julia Lezhneva, Sunhae im, Max Emanuel Cencic, Valer Sabadus, Anna Lucia Richter und Julian Prégardien. Auch mit Chören arbeitet Rüdiger Lotter regelmäßig zusammen. Mit dem Chor der KlangVerwaltung ist eine längerfristige Kooperation geplant, die mit dem heutigen Konzert ihre Fortsetzung erlebt. Als begeisterter Musikentdecker setzt Rüdiger Lotter immer wieder auf unbekannte Werke des Barocks und der Klassik.
So auch in seiner Zusammenarbeit mit dem Bariton Konstantin Krimmel auf der aktuell erschienenen CD „Zauberoper“: für diese Aufnahme stellte er unter anderem die Ideenschmiede von Franz Schikaneder und dessen Theater auf der Wieden in den Mittelpunkt der Programm-Konzeption. Seine Wiederaufführung der Schikaneder-Oper „der Stein der Weisen“ mit Daniel Behle und Michael Schade in den Hauptrollen wurde beim Mozartfest Würzburg 2023 enthusiastisch aufgenommen. Dabei reicht Lotters Repertoire von der Alten Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen. So dirigierte er 2020 im Rahmen des „No Beethoven“-Projekts der Kölner Philharmonie die Uraufführung des für die Hofkapelle München geschriebenen Werks „Händeküssen“ von Lisa Streich.
Als Barockgeiger hat Rüdiger Lotter mit einigen CD-Aufnahmen Maßstäbe gesetzt: so mit den Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Biber, die er 2004 zu dessen 300. Todestag live einspielte. Diese Aufnahme wurde 2018 von der englischen Fachzeitschrift „ Gramophone“ als Beste aller auf dem Markt erhältlichen Aufnahmen gewürdigt. Über seine Einspielung der Brandenburgischen Konzerte schrieb die Fachpresse: „Fakt ist, dass sich künftige Einspielungen an dieser Aufnahme werden messen lassen müssen.“
Seit 2023 lehrt Rüdiger Lotter an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.