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27.03.26

Preisträgerkonzert Musica Juventutis – Leonhard Baumgartner

Freitag, 27. März 2026, 19 Uhr

Kooperation mit dem Wiener Konzerthaus 

Leonhard Baumgartner – Violine
Liam Ryan-Dugelay – Klavier 

Pietro Antonio Locatelli (1695–1764) /
Eugène Ysaÿe (1858–1931) 

Sonate für Violine und Klavier f-Moll op. 6/7
„Le Tombeau“
I. Lento assai e mesto 
II. Allegro moderato e con passione
III. Adagio
IV. Cantabile. Tempo molto moderato

Edvard Grieg (1843–1907)
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 F-Dur op. 8
I. Allegro con brio
II. Allegretto quasi Andantino
III. Allegro molto vivace

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PAUSE 
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Ludwig van Beethoven (1770–1827) 
Sonate für Klavier und Violine D-Dur op. 12, Nr. 1
I. Allegro con brio
II. Tema con variazioni. Andante con moto
III. Rondo. Allegro

Robert Schumann (1810–1856) 
Intermezzo aus der F.A.E.-Sonate

Robert Schumann / Fritz Kreisler (1875–1962)
Fantasie C-Dur für Violine und Orchester op. 131

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Pietro Antonio Locatelli, 1695 in Bergamo geboren, machte sich nach seiner Lehrzeit in Rom und ersten Kompositionen als reisender Violinvirtuose unter anderem in Deutschland einen Namen, bevor er sich 1729 in Amsterdam niederließ, dem damaligen Zentrum des Notendrucks. Dort lebte er, durchaus geschäftssinnig, von den Einnahmen seiner Werke, die er im Eigenverlag druckte und vertrieb. Seine f-Moll-Violinsonate, die siebte aus seiner Sammlung op. 6 (1737 veröffentlicht), zeigt ihn in den ersten Sätzen vom instrumentalen Anspruch her noch vergleichsweise zurückhaltend, ehe sich im letzten Satz, einer Variationenfolge, die Kunstfertigkeit schrittweise steigert. Der große Violinvirtuose Eugène Ysaÿe, der vor allem für seine aberwitzigen Solosonaten bekannt ist, hat Locatellis Sonate romantisierend bearbeitet, indem er die kurze Largo-Einleitung und das anschließende Grave zu einem Satz zusammenfasste und ein Adagio in b-Moll hinzukomponierte, das am Ende nach C-Dur moduliert und somit zum Variationensatz überleitet. Zur Ausgabe seiner Bearbeitung notierte Ysaÿe 1928: „Die vorliegende F Moll Sonate ist eines von den Werken, in denen der Autor sich gefällt traurige und schmerzvolle Bilder zu erwecken. Mit Verehrung habe ich sie durchgesehen sowie die Klavierbegleitung ausgeschrieben und sie ‚Le Tombeau‘ (Das Grab) betitelt; diese Bezeichnung scheint mir einer dem Charakter des Werkes gerecht werdenden Wiedergabe zu entsprechen.“

Seine erste Violinsonate F-Dur op. 8 komponierte Edvard Grieg im Sommer 1865 im Alter von 22 Jahren und präsentierte sie im selben Jahr zusammen mit dem Geiger Anders Pettersson erstmals öffentlich. Mit jugendlichem Selbstbewusstsein, großer melodischer Erfindungsgabe und gutem Gespür für Timing füllt er das traditionelle Gerüst mit einer durchaus eigenständigen Dreisätzigkeit. Nach einem kurzen Atemholen entwickelt der erste Satz unbeschwerten Vorwärtsdrang. Das anfängliche Innehalten dehnt Grieg vor der ambitioniert ausgreifenden Durchführung wieder auf und lässt den Satz damit auch nachdenklich ausklingen. Der Mittelsatz ist eine originelle Mischung aus langsamem Satz und Scherzo, wobei die Außenteile als eine Art abgebremstes Menuett, der zentrale Abschnitt dagegen als eine zupackende Hommage an die norwegische Volksmusiktradition der Hardangerfidel mit ihren charakteristischen Doppelgriffen daherkommen. Zwischen virtuosem Überschwang und hymnisch ausgesungenen Kantilenen knüpft das abschließende Allegro molto vivace an den Elan des ersten Satzes an. Die Exposition bremst Grieg wiederum mit einer melancholischen Schlusswendung ab. Nach deren Wiederholung kurz vor Ende des Werkes kennt der finale Presto-Wirbel indes kein Halten mehr.

In den ersten seiner zehn Violinsonaten kann man auf faszinierende Weise verfolgen, wie Ludwig van Beethoven sich von seinem Vorbild Mozart löst und einen eigenständigen Tonfall entwickelt, der den gewichtigen Gattungsbeiträgen des 19. Jahrhunderts den Weg weist. Auf den ersten Blick wirkt die um 1798 komponierte, seinem Lehrer Antonio Salieri gewidmete Dreiergruppe des Opus 12 noch recht konventionell. Innerhalb der Dreisätzigkeit stechen aber immer wieder besondere Tonfälle und Satzcharaktere heraus. Im Kopfsatz der D-Dur-Sonate op. 12, Nr. 1 ist in der intensiven Präsenz des Klaviers noch die ältere Tradition der „Klaviersonate mit Begleitung der Violine“ erkennbar, doch entwickelt Beethoven das Modell im Sinne eines intensiven Gebens und Nemens beider Instrumente weiter und lässt der Violine immer wieder Raum zu repräsentativer Entfaltung. Im anschließenden Variationensatz lässt besonders der ausdrucksstarke Kontrast zwischen der Moll-Variation (Nummer III) und der anschließenden Rückkehr nach Dur aufhorchen. Nach diesen beiden vergleichsweise ausgedehnten Sätzen lässt Beethoven die Sonate in einem unbeschwerten Rondo mit kurzen Ruhepunkten ausklingen.

„Schumann schlug uns in heiterer Stimmung vor, gemeinschaftlich eine Violinsonate zu componieren. Joachim sollte dann errathen, von wem jeder Satz wäre.“ So erinnerte sich Robert Schumanns Schüler Albrecht Dietrich an das tönende Geschenk, mit dem Dietrich, Schumann und Johannes Brahms am 28. Oktober 1853 ihren Freund, den Geiger Joseph Joachim überraschten. Als Titel wählten sie „F.A.E.“, die Abkürzung von Joachims Lebensmotto „Frei aber einsam“. Die entsprechende Tonfolge durchzieht dann auch die „F.A.E-Sonate“, zu der Schumann neben dem Finalsatz das kurze Intermezzo beisteuerte, das wir heute hören. Schumann spinnt darin das Motto-Motiv zu einer innig-melancholischen Melodie aus.

Einen Tag vor dieser „Sonatenüberraschung“ hatte Joseph Joachim im letzten von Robert Schumann geleiteten Düsseldorfer Konzert dessen Phantasie C-Dur für Violine und Orchester op. 131 uraufgeführt. Trotz der Gattungsbezeichnung Fantasie, die eine freiere Gestaltung vermuten lassen würde, legt Schumann dieses Konzertstück als Sonatensatz mit konzerttypischen Soloepisoden an, auf den er mit einer ausgedehnten Introduktion in Moll hinführt. Fritz Kreisler, der häufig als Bearbeiter älterer Literatur in Erscheinung trat, beschränkt sich in seiner Fassung bis zur Kadenz (die Schumann selbst auskomponierte) darauf, die Spielfiguren in der Violine ein wenig anzureichern, ohne dabei aber den Charakter des Werkes zu verfälschen. Die Coda nach der Kadenz arbeitet er jedoch mit einer ausführlicheren Rückkehr zum Hauptthema zu einem effektvoll-virtuosen Schlusspunkt um. 

Dr. Juan Martin Koch (c) Kulturwald gGmbH 2026

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Leonhard Baumgartner

Leonhard Baumgartner wurde 2007 in Wien geboren und gab im Alter von fünfzehn Jahren sein Debüt bei den Wiener Symphonikern. Seitdem hat er sich als Solist bei renommierten Orchestern wie den Dresdner Philharmonikern, dem Mozarteumorchester Salzburg, der NFM Wrocław Philharmonic, dem Wiener Kammerorchester, den Berliner Barock Solisten, den Münchner Symphonikern und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn etabliert.

Zu seinen zukünftigen Engagements zählen sein Australien-Debüt mit dem Tasmanian Symphony Orchestra unter der Leitung von Eivind Aadland sowie Gastspiele bei den Wiener Symphonikern und der NFM Wrocław Philharmonic sowie Solokonzerte im Wiener Musikverein und im Wiener Konzerthaus.

Im August 2024 gewann Leonhard Baumgartner den Eurovision Young Musicians Wettbewerb und gab sein Debüt mit dem Norwegischen Rundfunkorchester unter der Leitung von Eivind Aadland. Im Oktober 2024 war Baumgartner Konzertmeister bei der Ersteinspielung von Mozarts neu entdeckter Serenade KV 648, die in Salzburg für die Deutsche Grammophon aufgenommen wurde. Baumgartner hat Preise und höchste Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben gewonnen, darunter den 1. Preis und den Sonderpreis beim Internationalen Ilona-Fehér-Violinwettbewerb, den 1. Preis bei der Zhuhai International Mozart Competition sowie den 1. Preis, den Grand Prix und den Publikumspreis bei der Osaka International Music Competition. Darüber hinaus wurde er mit dem Carl-Flesch-Preis in Baden-Baden und dem Discovery Award bei den ICMA International Classical Music Awards ausgezeichnet.

Baumgartners Musikstudium führte ihn an renommierte Institutionen in München, Graz und Wien, wo er derzeit bei Professorin Dora Schwarzberg an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie bei Professor Ingolf Turban an der Hochschule für Musik und Theater München studiert. Er ist Stipendiat der Musikakademie Liechtenstein und tritt regelmäßig in Konzerten mit dem Liechtensteinischen Sinfonieorchester und dem Ensemble Esperanza auf.

Baumgartner spielt auf einer Antonio-Stradivari-Geige, ex Petherick (Cremona, 1683), die ihm großzügigerweise von einem Mitglied der Stretton Society zur Verfügung gestellt wird, die auch sein Studium durch das Nina-Gscheider-&-Florian-Schwarz-Stipendium und seine Vertretung durch Intermusica unterstützt.

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